Renault Captur: City-SUV mit viel Platz

Auch wenn er wie ein stylisher Offroader aussieht, ist das Revier des Captur die Stadt. Trotz kompakter Maße bietet er innen viel Bewegungsfreiheit.

Nur 4,12 Meter Länge sind gut für das Einparken in Wien, doch lassen - vor allem hinten - Klaustrophobie vermuten. Beim Renault Captur aber nicht: Auf der Rückbank haben normalgroße Menschen Platz, die Beinfreiheit ist für diese Fahrzeuggröße überraschend gut. Und auch vorne wähnt man sich in einem deutlich größeren Auto und kann sich geräumig bewegen.

Wir sitzen sehr bequem in unserem 90-PS-Benziner in der Version 4Austria, die um 22.500 Euro zahlreiche Sonderausstattungen beinhaltet - darunter das Extended Grip System mit drei einstellbaren Modi für unterschiedliche Straßenverhältnisse, ein Radio-Navigationssystem mit Internet, oder ein Premiumpaket. Ohne die Österreichausführung würde der Wagen 17.000 Euro kosten; wir haben aber noch ein paar Extras mehr wie das hervorragende Bose-Soundsystem oder beheizte Vordersitze zum Gesamtpreis von 24.500 Euro.

Schieben statt klappen

Zwei Dinge im Innenraum gefallen uns besonders: Statt eines klassischen Handschuhfaches mit Klappe, in das wenig hineinpasst und aus dem beim Öffnen gerne etwas herausfällt, gibt es eine elf Liter fassende Schublade. Die Mittelarmlehne vorne ist zwar ein Extra (das beim 4Austria-Paket dabei ist), macht aber das Fahren deutlich angenehmer. Wir wollen sie nicht missen, denn sie erlaubt auch negative Winkel - das ist praktisch, denn der Schalthebel könnte ruhig etwas weiter oben sein.

Wer es komfortabel und gemütlich in der Stadt mag, dem wird das weiche Fahrwerk gefallen. Es federt viel, jedoch ohne dass man durchgerüttelt wird. Das ist nicht jedermanns Sache und auch eine Frage des Fahrstils: Sportlich über eine kurvenreiche Landstraße zu düsen macht so wenig Spaß; der hohe Wagen legt sich dafür zu sehr in die Kurven, das Fahrwerk müsste steifer sein.

Dabei erfüllt der Motor alle Anforderungen: In der Stadt sind schnelle Überholmanöver oder das "Zwicken" einer Ampel überhaupt kein Problem (Nicht das wir so etwas tun würden, aber es soll ja Menschen geben, die das machen. Haben wir gehört). Im Zweifelsfall runterschalten und der Captur zieht brav an. Auch vor der Autobahn muss er sich nicht verstecken, obwohl er natürlich kein Tourenwagen ist.

Allrad erwünscht

Wir haben etwas über 8 Liter pro 100 Kilometer verbraucht, was definitiv verbesserungswürdig ist. Allerdings muss man auch so fair sein und sagen, dass unser rechter Fuß nicht grundsätzlich auf Spritsparen eingestellt ist - man sollte also auch problemlos unter diesem Wert bleiben können.

Optisch ist der Captur wie so oft bei Renault sehr stylish geworden. Angedeutete Schutzbleche unter den Stoßstangen deuten Offroad-Fähigkeiten an, doch leider gibt es keinen Allradantrieb. Das wundert uns, denn gerade mit diesem Fahrwerk trauen wir dem Captur bereits jetzt Kompetenz abseits der befestigten Straße zu - vor allem, wenn man das oben erwähnte Extended Grip System hat. Damit braucht man sich wohl auch mit nur einer Antriebsachse nicht vor Schneefahrbahnen fürchten. Noch ist das Wetter im Wienerwald aber glücklicherweise zu gut, um diese Straßenverhältnisse eingehend testen zu können.

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