Benkos Mega-Deal mit Kaufhof-Konzern wackelt

Nathalie und René Benko.
Nathalie und René Benko.Bild: zvg
Rene Benko wollte den deutschen Kaufhausriesen Kaufhof übernehmen. Doch in letzter Sekunde gerät der Mega-Deal in Wackeln.

Die geplante Fusion der deutschen Warenhauskonzerne Karstadt und Kaufhof schien in der Zielgeraden, doch jetzt wackelt sie. Das bestätigten mit der Verhandlung vertraute Personen der Deutschen Presseagentur dpa. Karstadt gehört der Signa-Gruppe des österreichischen Investors Rene Benko.

Ultimatum

Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) habe dem kanadischen Kaufhof-Mutterkonzern Hudsons's Bay Company (HBC) verklausuliert ein Ultimatum bis zum 30. September gestellt.

Bis Ende September soll HBC die Kreditbedingungen erfüllen, die der Landesbank schon vor Jahren zugesagt wurden. Falls nicht, könnte die LBBW laut "SZ" den Kredit von 1,34 Milliarden Euro fällig stellen. Das würde das kanadische Unternehmen aber vor Schwierigkeiten stellen, hieß es. Solange HBC der Bank Antworten schuldig bleibe, wackle auch die geplante Fusion.

Schlechte Geschäftsentwicklung

Eines der wichtigsten Kriterien bei der Beurteilung ist die Geschäftsentwicklung von Kaufhof. HBC hatte den Banken um die LBBW Gewinne versprochen, doch mehrten sich zuletzt nach "SZ"-Informationen die Verluste.

Vergangene Woche hatte es noch geheißen, die Verhandlungen über eine Fusion von Karstadt und Kaufhof näherten sich der Zielgeraden. Die Verträge zwischen HBC und der Signa-Gruppe von Rene Benko hätten bereits im September unterzeichnet werden können.

Signa sollte Leitung übernehmen

Rene Benkos Signa sollte demnach 50,1 Prozent des Gemeinschaftsunternehmens und damit auch die Führung des neuen Warenhausriesen übernehmen. Es sollten nicht nur Anteile an Kaufhof, sondern auch die von HBC in den Niederlanden gegründete neue Warenhauskette Hudson's Bay und der europäische Ableger der Outlet-Kette Saks Off 5th einfließen. Beide gelten als wenig erfolgreich.

Benko versucht seit Jahren, den angeschlagenen Kaufhaus-Konzern zu übernehmen. Der Tiroler Immobilieninvestor hat erst kürzlich die angeschlagenen Möbelketten Kika und Leiner übernommen.

(red)

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