Reparieren statt wegwerfen! Reparaturbonus kommt fix

Grünen-Nationalratsabgeordnete Ulrike Fischer und Sozialökonom Sepp Eisenriegler
Grünen-Nationalratsabgeordnete Ulrike Fischer und Sozialökonom Sepp EisenrieglerSibera
Der Verzicht auf einen Neukauf wird ab Jänner 2022 finanziell belohnt. Wer sein Elektrogerät reparieren lässt, bekommt die Hälfte der Kosten bezahlt. 

Der Reparaturbonus wurde heute in der Nationalratssitzung von allen Fraktionen beschlossen. Damit sollen Reparaturen von Elektro- und Elektronikgeräten gefördert werden, wir haben schon vorab berichtet. Reparieren statt wegwerfen ist die Devise. Darunter fallen etwa Gartengeräte, Nähmaschinen, Haushaltsgeräte, Handys, Küchengeräte, Staubsauger, elektronische Spielzeuge, Unterhaltungselektronik, Waschmaschinen und Trockner, elektronische Werkzeuge für den Haushalt und vieles mehr.

83 Tonnen Elektroschrott 

Dieser Beschluss wird mit 1. Jänner 2022 wirksam und bedeutet, dass Konsumenten nur noch die Hälfte der Reparaturkosten zahlen müssen. Den Rest übernimmt der Staat. Österreich produziert jährlich 83 Tonnen Elektroschrott und es wird immer mehr. In den weggeworfenen Geräten finden sich die unterschiedlichsten Materialien, ein Großteil davon besteht sogar aus seltenen Rohstoffen. Darüber hinaus bedroht der Schrott Böden und Wässer und das nicht nur hierzulande, sondern auch in Ghana, wohin der meiste Elektroschrott exportiert wird.

Ziel ist: Elektromüll reduzieren

Die Konsumentenschutzsprecherin Ulli Fischer (Grünen) besuchte die Reparaturwerkstatt von Sepp Eisenriegler im 14. Wiener Gemeindebezirk. Telekommunikationsgeräte, Küchengeräte, Unterhaltungselektronik, Waschmaschinen, Rasenmäher, Videorecorder - hier wird alles repariert. "Jährlich fallen in Österreich rund 83.000 Tonnen an Elektroschrott an, umso wertvoller ist, dass es Reparaturbetriebe gibt, die hier entgegen wirken. Ziel muss es sein, Elektromüll zu reduzieren und kleine Reparaturfirmen zu unterstützen und dadurch auch Arbeitsplätze zu schaffen. Das spart Ressourcen und weite Wege“, meint Ulli Fischer.

Langjähriges Reparaturservice

,,Die Hersteller behindern, dass Konsumenten Geräte selbst reparieren können, auch wenn nur geringfügige Schäden vorliegen. So werden ständig neue Geräte erzeugt, und dies fördert die Wegwerfkultur", erklärt Sepp Eisenriegler. Seit dreiundzwanzig Jahren leitet Eisenriegler das Reparatur- und Servicezentrum „R.U.S.Z.“ in Wien-Penzing, das von Anfang an mehr war als nur eine Elektro-Werkstatt. Ein sozialökonomischer Betrieb zur Förderung von Langzeitarbeitslosen.

Hinsichtlich Reparatur passiert auch viel auf europäischer Ebene: Zuletzt sei hier etwa auf zehn Verordnungen zu verweisen, die jetzt am 1.3.2021 in Kraft getreten sind. Diese beinhalten zentrale Rechte, dass Ersatzteile ausgetauscht werden können und dass Reparatur- und Wartungsinformationen für 7-10 Jahre lang zur Verfügung stehen.

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