Der US-Republikaner Herman Cain hat das Handtuch geworfen. Er werde aus dem Rennen um die Kandidatur der Republikaner ausscheiden, sagte der politisch unerfahrene Ex-Chef einer Pizzakette am Samstag in Atlanta. Erneut wies er alle Vorwürfe wegen ehelicher Untreue und sexueller Belästigung kategorisch zurück. Cain war zeitweise Favorit der Republikaner im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur gewesen. Wer damit 2012 bei den Wahlen gegen Präsident Barack Obama antritt ist weiterhin völlig offen.
Die "falschen und unbewiesenen Anschuldigungen" machten es für ihn unmöglich, eine glaubwürdige Kandidatur aufrecht zu erhalten, erklärte Cain am Samstag. Er unterbreche seine Kampagne und werde einen anderen Kandidaten unterstützen, sagte der 65-Jährige vor Anhängern in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia.
Cain: Anschuldigungen "falsch"
"Ich setze meine Präsidentschaftskampagne wegen der fortgesetzten Ablenkung und der fortgesetzten Kränkung meiner Person und meiner Familie aus", sagte Cain. "Falsche Anschuldigungen haben meine Glaubwürdigkeit beschädigt, den Menschen Lösungen zu unterbreiten." Statt Obama herauszufordern, wolle er jetzt zum "Plan B" greifen, sagte Cain.
Er wolle sich in Zukunft hinter einen anderen Kandidaten für Nominierung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten stellen, sagte Cain in einer langen Rede, in der er zunächst seine politische Zukunft offenließ. Er sagte lediglich, er wolle Washington "von außen her verändern". "Ich werde mich nicht mundtot machen lassen und ich werde nicht verschwinden."
Gerüchte über Affäre
Cain reagierte damit auf jüngste Berichte, wonach er etwa 13 Jahre lang eine außereheliche Affäre gehabt haben soll. Außerdem hatten ihm vier Frauen sexuelle Belästigung vorgeworfen. Die Vorwürfe seien falsch und unbewiesen. "Diese falschen und unbewiesenen Anschuldigungen werden von den Medien immer weiter verbreitet", sagte Cain. Ziel sei es, "Zweifel an mir und dieser Kampagne" zu säen. "Das tut meiner Frau weg, es tut einer Familie weg, es tut mir weh.""Ich bin in Frieden mit meinem Gott, im Frieden mit meiner Ehefrau und sie ist im Frieden mit mir."
Die dramatische Ankündigung ist das Ende seiner Bewerbung. Denn die Vorwahlen der Republikaner beginnen bereits am 3. Jänner des kommenden Jahres. Cain war der einzige Afroamerikaner im republikanischen Bewerberfeld für die Präsidentschaftskandidatur 2012. In Umfragen lag er stets gut. Die republikanischen Favoriten sind nun Ex-Gouverneur Mitt Romney und Polit-Urgestein Newt Gingrich.
APA/red.