Der Hit! "FIFA 22" brilliert mit völlig neuem Gameplay

EA Sports verspricht Jahr für Jahr ein neues Spielerlebnis. Dieses Mal stimmt das wirklich. "FIFA 22" fühlt sich ungewohnt, realistisch, frisch an.

Anpfiff für die virtuelle Fußball-Saison! Das brandneue "FIFA 22" von Electronic Arts steht in den Startlöchern. Vorbesteller können bereits ab dem 27. September zocken. Wer den Aufpreis nicht zahlen will, muss sich allerdings noch bis 1. Oktober gedulden, um den virtuellen Rasen betreten zu können. "Heute" hat den jüngsten Ableger der beliebtesten Fußball-Simulation für euch auf Herz und Nieren getestet. Fazit: es lohnt sich!

Starten wir mit dem Wichtigsten. Die besten Spielmodi, die meisten Lizenzen und die schönste Grafik dieser Welt bringt nichts, wenn das Gameplay nichts taugt. Nach rund einem Dutzend Spielstunden in verschiedenen Modi, online und offline, halten wir fest, dass das neue "FIFA" Lust auf mehr macht. Das war zwar schon bei den älteren "FIFA"-Games so, dieses Mal gibt es aber zahlreiche Neuerungen, die allesamt gut gefallen.

Das Gameplay

In Sachen Gameplay hat sich wie von Electronic Arts versprochen viel getan. "FIFA 22 bringt das Spiel noch stärker an die Realität heran, mit grundlegenden Gameplay-Verbesserungen und Innovationen in allen Modi", schreibt der Hersteller auf der offiziellen Homepage. Und tatsächlich. Das Spiel fühlt sich heuer deutlich langsamer und realistischer an. Dafür sorgen realitätsnähere Zweikampfsimulationen und detailliertere Möglichkeiten im Taktik-Menü.

Das heißt aber auch: selbst geübte und jahrelange "FIFA"-Fans müssen sich auf eine längere Lernphase einstellen. Nicht alles, was in den letzten Jahren gut war, klappt auch heuer. Das gilt für Details wie starke Skill-Moves, aber auch grundlegende Dinge wie das sogenannte "Left-Stick-Dribbling", sprich: das stinknormale steuern eines Spielers, der den Ball führt. Die Bewegungen müssen überlegter eingegeben werden, weil der angewählte Spieler oftmals ein, zwei Schritte mehr braucht, um eine Drehung auszuführen. So, wie man es aus dem Stadion und dem Fernseher, bisher nicht so sehr von der Konsole kennt.

Die Zeit der Stützräder ist vorbei

Auch beim Verteidigen ist Vorsicht geboten. Das Spiel unterstützt euch im und rund um den Strafraum nicht mehr so stark, wie im Vorjahr. Attackiert ihr einen Gegenspieler zu ungestüm, könnt ihr also mit weniger Unterstützung rechnen, die euren Verteidiger rund um den Gegner langsamer macht, so mehr Fehler verzeiht – oder eben verziehen hat. Was heißt das nun in der Praxis?

In unseren ersten Versuchen im "FIFA Ultimate Team", "Rivals", taten wir uns oft schwer, Chancen herauszuspielen. Wenn der Gegner gut zustellt, manuelles Pressing beherrscht, bleibt wenig Zeit für Bewegungen und Pässe. Es wird noch einige Zeit dauern, den eigenen Spielaufbau auf die neuen Bedingungen einzustellen. Aber: Sowohl im Angriff als auch in der Defensive entsteht der Eindruck, dass überlegtes, ruhiges Spiel und somit Übung und Skill eher belohnt werden als beim Vorgänger.

Veränderungen in den Spielmodi

Einzige Ausnahme des "ruhigen" Eindrucks: L1 und Dreieck am PlayStation-Controller. Die hohen Laufpässe sind etwas zu stark geraten. Allzu oft wurden wir in den ersten Spielstunden mit einem einzigen langen Ball ausgehebelt oder haben selbst auf diese Weise einfache Kontertore erzielt. Auch dabei gilt vermutlich: Übung beim Verteidigen solcher Bälle macht den "FIFA"-Meister. Und, übrigens: Die Goalies sind um einiges mächtiger. Gut zielen!

Ultimate Team (FUT) bleibt natürlich das Zugpferd Nummer eins bei den Spielmodi. Hier hat sich EA mit den Wettbewerben gespielt. "Squad Battles", "Division Rivals", "FUT-Champs" – so weit nichts Neues. "Rivals" und "Champs" wurden aber verändert. Das erklärte Ziel der Macher: die Bewerbe sollen flexibler werden, damit ihr nicht mehr allzu sehr an bestimmte Tage und Stunden gebunden seid. Ganz einfach sind die neuen Aufgaben aber nicht zu verstehen.

Immer wieder ganz nach oben arbeiten

"Rivals" funktionieren nun ähnlich wie der Seasons-Modus in "FIFA 22", in dem man sich von ganz unten nach oben hocharbeiten muss. Innerhalb der wöchentlichen und Saison-Zeiträume und der jeweiligen Division muss man Checkpoints erreichen, indem man viel spielt, um in höhere Reward-Stufen zu gelangen. Mehr Siege bringen euch in höhere Divisions, dort gibt es bessere Preise. Ein Kreislauf mit Suchtpotenzial.

Für "FUT Champs", die "Weekend League", muss man sich nun in Play-offs qualifizieren, die jederzeit gespielt werden können. Das splittet dieses Erlebnis auf. So muss man nicht mehr jedes Wochenende automatisch zwischen Freitag und Sonntag 30 Spiele durchdrücken, egal ob die Sonne scheint oder nicht, um nicht den Anschluss zu verlieren. Die genauen Systeme dieser neuen Bewerbe findet ihr hier auf der Homepage.

Beeindruckende Präsentation und Grafik

Wer gerne Trainer und Manager spielt, wird vom neuen "FIFA" wohl etwas enttäuscht sein. Der erste Blick in den Managermodus erinnert doch sehr an die vergangenen Titel. Eine Innovation gibt es. Ihr könnt jetzt einen eigenen Verein mit eigenem Logo, Trikot, Stadion und Team gründen. Bei der Spielerkarriere hat sich ein bisschen etwas getan. Ihr habt jetzt einen Fähigkeitsbaum, den es aufzuleveln gilt. Ihr entscheidet, welche Eigenschaften ihr stärken wollt.

Außerdem könnt ihr bis zu drei "Perks", also Spezialfähigkeiten für euren Spieler auswählen, die ihr allerdings zuvor freispielen müsst. Die Präsentation des Spiels und die Grafik sind beeindruckend. Allerdings fällt der Unterschied zum Vorgänger in diesem Punkt weniger ins Gewicht als die Neuerungen im Gameplay. Diese sorgen für ein frisches und aufregendes Spielvergnügen, versprechen damit auch in den beschriebenen Modi nachhaltige Spannung. 

Anmerkung: Getestet wurde auf PlayStation 5. Der Modus "Pro Clubs" wurde in dieser Review noch nicht angespielt. Hier können wir uns kein Urteil erlauben.

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