Richter ließ Opfer in Handschellen abführen!

Bild: Hertel Sabine

Die Justiz lässt sich nicht gern auf der Nase herumtanzen - Richter Georg Olschak stellte es am Montag im Wiener Landesgericht eindrucksvoll unter Beweis: Vor ihm stand Nicolae M. (24), angeklagt wegen versuchten Mordes.

Polizisten hatten im Mai gesehen, wie er seine Frau (22) schlug und über ein Geländer am Wienfluss fünf Meter in die Tiefe werfen wollte. Das Opfer gab auch genau das zu Protokoll. Doch vor Gericht zog Lacramiora D. den Vorwurf zurück; sie hätte bei der Polizei gelogen. Dann verstrickte sie sich in Widersprüche, änderte ständig ihre Aussage.

Als der Staatsanwalt sie aufforderte, die Wahrheit zu sagen, wollte sie wissen: "Welche Wahrheit?" Besonders bizarr: Während Nicolae von einem gemeinsamen dreijährigen Sohn sprach, behauptete seine Frau, der Bub sei erst zwei Monate alt.

Laut dem Opa hätten die beiden ein eineinhalbjähriges Mädchen. Nach mehreren Warnungen griff Richter Olschak schließlich durch: Lacramiora kam wegen Falschaussage in Handschellen in U-Haft, der Prozess wurde vertagt.

Jörg Michner

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