Richter schlägt sich für Urteil fast seinen Schädel ein

Ist eine Eisenstange eine Waffe? Die Streitfrage des Prozesses wurde mit Gewalt gelöst. 
Ist eine Eisenstange eine Waffe? Die Streitfrage des Prozesses wurde mit Gewalt gelöst. Getty Images/iStockphoto/Symbolbild
Ein Einbrecher-Prozess in Taiwan nahm eine überraschende Wende, als sich der Richter plötzlich das eiserne Tatwerkzeug selbst gegen den Kopf schlug.

Es bestand nur aus einer Stahlstange und einer lange Eisenfeder. Mit einem selbstgebastelten Werkzeug hatte ein Mann in Taiwan versucht, diverse Greifautomaten, wie man sie auch aus dem Wiener Prater kennt, auszuräumen. Er wurde geschnappt, angeklagt und nun ein knappes Jahr später verurteilt. 

Schmerzen

Während des Prozesses kam es zu kuriosen Szenen. Weil die Staatsanwaltschaft das Einbruchswerkzeug nicht als Waffe führte, ließ sich Richter Tseng Yu-ming das Beweismittel persönlich aushändigen.

"Er schlug sich damit auf die Schädeldecke und stellte fest, dass die Stahlstange – obwohl er nur wenig Kraft angewandt hatte – ziemlich hart war und sein Kopf in Folge ziemlich weh tat", zitiert "Taiwan News" aus der Urteilsschrift. 

Der Jurist holte weiter vor dem anwesenden Gerichtsdiener aus und knallte sich die Stahlstange mehrfach auf den Kopf – bei jedem Schlag erhöhte er die Kraft, bis ihm die Schmerzen schließlich zu viel wurden.

Strafe

Für Tseng war die Sache somit eindeutig und das Werkzeug eine Waffe. Sein "Selbstopfer" sollte Ankläger und Verteidiger davon überzeugen, dass eine höhere Strafe gerechtfertigt sei. 

Am Ende verurteilte er den Langfinger wegen bewaffneten Einbruchsdiebstahls zu einer Haftstrafe von sechs Monaten.

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KörperverletzungTaiwanProzessEinbruch

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