Oberösterreich

"Riesenchance": Das macht Oberösterreich jetzt in China

Es sind wirtschaftlich schwierige Zeiten, das spürt auch eine Supermacht: China kommt nur langsam aus der Krise. Eine OÖ-Delegation war vor Ort.
Tobias Prietzel
28.09.2023, 16:24
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Träge Lokomotive: Seit dem Abflauen von Corona kommt Chinas Wirtschaft viel langsamer in Fahrt als erwartet. Die Volksrepublik mit 1,4 Milliarden Einwohnern hat an mehreren Fronten zu kämpfen: Mehr als 20 Prozent der Jugendlichen sind arbeitslos, die Konsumlaune ist immer mehr Menschen vergangen. Die getrübten Beziehungen zu den USA mit dem Ukraine-Krieg  und Europa verschärfen die Situation zusätzlich.

Die Folge: Mit gerade einmal fünf statt wie früher üblich bis zu zehn Prozent hat sich das Land ein verhältnismäßig bescheidenes Wirtschaftswachstum zum Ziel gesetzt.

Bei allem Bremsen hatte Covid auch positive Seiten: Die Zunahme der Digitalisierung bietet viele neue Geschäftsfelder, etwa in der online vernetzten Industrieproduktion, bei digitalen Gesundheitsanwendungen und in der Medizintechnik.

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Die Business Upper Austria sieht auch in Umwelt- und Energietechnologien enorme Möglichkeiten: Christian Altmann, bei der Standortagentur des Bundeslandes für Kooperationen zuständig, nennt Automatisierungs- und Sensortechnik aus Europa für ausgereifte und energieeffiziente Produktionsmaschinen als wesentliches Beispiel. "Die Chinesen haben daran höchstes Interesse, das ist eine Riesenchance."

Oberösterreich hat einen großen Vorteil: Seit dem Ausbruch der Pandemie und nach dem Wegfall der Corona-Testpflicht für Einreisende mit Ende August war keine andere Delegation im Reich der Mitte. Für Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) von enormer Bedeutung: "Nach einer langen Durststrecke von drei Jahren ist es wichtig, dass es wieder möglich ist", erklärt die Politikerin, die dieser Tage eine Gruppe auf dem gewaltigen Wirtschaftsmarkt angeführt hat.

Kultur als Türöffner

Haberlander hat bedeutsame Kooperationen eingefädelt – etwa mit der aufstrebenden Provinz Sichuan – und ist zuversichtlich, dass im Bereich Wirtschaft und Tourismus tragfähige Formen der Zusammenarbeit entstehen. Für sie der Türöffner dabei: die Kultur. Was für Österreich traditionell Mozart ist, soll für Oberösterreich jetzt Anton Bruckner werden. Im kommenden Jahr wird der 200. Geburtstag des Komponisten umfassend gefeiert, das Bruckner Orchester soll dann auch in China auftreten.

Corona liefert wertvolle Erfahrungen

Covid stand zwar nicht im Fokus der internationalen Konferenz, an der Haberlander auf ihrer Auslandsreise teilgenommen hat. Aber der Tenor der Teilnehmer war einhellig: "Im Bereich Digitalisierung ist jeder vorangekommen durch Corona", berichtete sie. Sie verwies auf die Verwaltung, den schulischen Bereich und aufs Homeoffice.

Von Vorteil: Vor der neuen Welle kann Oberösterreich auf wertvolle Erfahrungen zählen, die Staaten gemacht haben, die bereits durch die kalte Jahreszeit gegangen sind. "In allen Ländern, wo jetzt Winter war, ist es zu keinen größeren Ausbrüchen gekommen", sagte Haberlander.