Politik

Riss durch SPÖ: Pro und Contra Werner Faymann

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:40

Das Ringen um den Verbleib von SPÖ-Parteichef Werner Faymann geht am Wochenende vor dem vorgezogenen Parteivorstand am Montag unvermindert weiter. Nach den Landesparteichefs und Ministern melden sich weitere gewichtige SPÖ-Politiker und Gewerkschafter zu Wort. Bau-Holz-Boss Josef Muchitsch etwa sagt: "Werner, bitte lass los!" Dem entgegnet Kanzleramtsminister Josef Ostermayer: Faymann habe "gute Nerven".

Das Ringen um den geht am Wochenende vor dem vorgezogenen Parteivorstand am Montag unvermindert weiter. Nach den Landesparteichefs und Ministern melden sich weitere gewichtige SPÖ-Politiker und Gewerkschafter zu Wort. Bau-Holz-Boss Josef Muchitsch etwa sagt: "Werner, bitte lass los!" Dem entgegnet Kanzleramtsminister Josef Ostermayer: Faymann habe "gute Nerven".

In einem offenen Brief, den das "profil" in einer Vorausmeldung angekündigt hat, appelliert Muchitsch an den SPÖ-Chef, sich von der Parteispitze zurückzuziehen. "Es ist Zeit, dass Werner Faymann loslässt". Und Muchitsch geht noch weiter: "Was mich betroffen macht: Dass Werner Faymann nicht selbst erkennt, dass seine Zeit in der Politik vorbei ist."

Als Nachfolger sieht der Gewerkschafter - wie viele andere, die sich die letzten Tage öffentlich zur Causa äußerten - ÖBB-Chef Christian Kern. Bereits die Landeshauptleute von Salzburg und Kärnten hatten dies am Freitag bekräftigt. So sagte etwa Peter Kaiser über Kern: "Ich halte viel von ihm." Auch Medienmanager Gerhard Zeiler wird immer öfter genannt.

"Faymann kann viele nicht mehr erreichen"

Der Riss durch die SPÖ wird vor dem vorgezogenen Parteivorstand am Montag immer deutlicher. Für ihn machen sich vor allem seine Minister und Wiens Bürgermeister Michael Häupl stark. Er will nach einem Geheimtreffen mit Burgenlands Hans Niessl lieber eine inhaltliche Diskussion.
Doch immer mehr scheinen es zu sehen wie Salzburgs Landeschef Walter Steidl in der "ZiB2" am Freitag: "Werner Faymann kann mich, aber auch viele andere, die tagtäglich für die Sozialdemokratie tätig sind und unterwegs sind, nicht mehr erreichen".

Gewerkschafter uneins wie Landeschefs

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid sagte in einer Aussendung, es gebe am Montag beim Parteivorstand genug Möglichkeiten zu diskutieren. TV-Interviews und mediale Diskussionen über Parteitagstermine und Strategiedebatten würden nicht dem öffentlichen Bild der SPÖ dienen, kritisierte Schmid Steidl postwendend.

Wie das Statement Muchitschs zeigt, ist nicht einmal mehr die mächtige SPÖ-Gewerkschaft einer Meinung. Wolfgang Katzian, Chef der GPA-djp, widersprach im "Standard" am Freitag ÖGB-Chef Erich Foglar. Anders als Foglar ist Katzian kategorisch gegen eine Annäherung zur FPÖ. Eine Koalition mit den Freiheitlichen müsse tabu bleiben.

Ostermayer: "Gute Nerven"

Fraglich bleibt, ob die SPÖ-Spitze am Montag tatsächlich kurz vor der Hofburg-Stichwahl entscheidende Weichenstellungen vornimmt oder diese auf einen späteren Zeitpunkt vertagt. In Zeiten der Krise brauche es erfahrene Personen.

Kanzleramtsminister und Faymann-Freund Josef Ostermayer ortet deshalb breite Zustimmung für die geplante Einsetzung einer Strategiegruppe. Es gehe darum, wieder mehr Geschlossenheit nach außen zu erreichen. Er kenne zudem Faymanns "Zielstrebigkeit" und seine "guten Nerven", sagte Ostermayer am Samstag im "Mittagsjournal" auf Ö1.

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