Ritzmaier: "Demir ist wirklich mit Messi vergleichbar"

Marcel Ritzmaier
Marcel RitzmaierGEPA
Am Sonntag kreuzen die Austria und Rapid die Klingen. Was Mark van Bommel und Memphis Depay damit zu tun haben, erklärt Marcel Ritzmaier "Heute".  

Wenn das Match Achter gegen Zweiter als Topspiel der Runde angesetzt wird, kann das nur eines bedeuten: Das Derby steht an! Am Sonntag (17 Uhr) kommt es in der Generali-Arena zum 332. Duell zwischen der Austria und Rapid. Wer ist Favorit? Diese und mehr Fragen klärt Marcel Ritzmaier im "Heute"-Gespräch.

Marcel Ritzmaier:"Wenn man auf die Tabelle schaut, sind sicher wir der Favorit. Aber die Austria hat sich in den letzten Wochen auch gefunden. Wir dürfen nicht zu viel auf den Gegner schauen. Wenn wir unsere Leistung abrufen, dann werden wir als Sieger vom Platz gehen."

"Heute": Bei der Austria herrscht Aufbruchsstimmung, weil ein Investor gefunden wurde. Kann sich das auf die Leistung der Spieler auswirken?

"Ich denke, das wird auf das Fußballerische nicht wirklich einen Einfluss haben. Das ist eher ein Thema für die Verantwortlichen."

Ist ein Derby noch immer das Größte, oder sind Partien gegen Salzburg mittlerweile noch brisanter?

"Beide Spiele sind sehr speziell, aber nichts geht über ein Derby."

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Saison bislang?

"Ich denke, ich kann zufrieden sein. Natürlich gibt es Luft nach oben, aber im Großen und Ganzen läuft es nicht schlecht. Ich habe mir meinen Platz erarbeitet, bin froh, dass ich so viele Spiele machen darf. Ich zahle es mit meinen Leistungen zurück. Es ist ein Geben und Nehmen."

Sie sind vom englischen Zweitligisten Barnsley ausgeliehen, ohne Kaufoption. Wie geht es im Sommer weiter?

"Bis jetzt gab es noch keine Gespräche. Ich fokussiere mich voll auf die Ziele mit Rapid. Was dann passiert, kann ich leider noch nicht beantworten. Man muss auch abwarten, wie sich die Corona-Situation entwickelt. Dann hängt es davon ab, was Barnsley will, was Rapid will – und was ich will. Wir werden sicher einen Kompromiss finden."

Fällt es schwer, in einer Stadt Fuß zu fassen, die man vermutlich bald wieder verlassen wird? Haben Sie Ihre Wohnung überhaupt richtig eingerichtet?

"Ja das zahlt sich auf jeden Fall aus, man will sich ja wohl fühlen. Da gehört es dazu, dass die Wohnung gscheit ausschaut. Ich bin ja nicht zum ersten Mal in dieser Situation, ich habe Erfahrung mit Umzügen. Bis jetzt habe ich das gut gemeistert."

Sind Sie alleine in Wien?

"Momentan bin ich alleine. Meine Freundin ist in Klagenfurt, studiert und arbeitet dort."

Für einen Offensivspieler haben Sie in Ihrer Karriere relativ wenig Tore erzielt, 18 waren es in rund 200 Spielen. Woran liegt das?

"Stimmt, ich habe mehr Assists als Tore. Dafür waren es meist wichtige Tore in wichtigen Spielen. Dass die Ausbeute nicht größer ist, liegt zum Teil an den Positionen, die ich gespielt habe. In Holland war ich unter anderem linker Verteidiger, ab und zu im defensiven Mittelfeld. Da kommt man natürlich nicht so oft in die gefährliche Zone."

Sie sprechen Holland an. In jungen Jahren haben Sie bei PSV Eindhoven gespielt. Ihre Kollegen hießen Luuk de Jong, Memphis Depay, Dries Mertens, Mark van Bommel. Große Namen. Was konnten Sie von ihnen lernen?

"Nicht nur auf dem Platz, auch abseits konnte ich mir viel von ihnen abschauen, einiges mitnehmen. Das hat mir in meiner Entwicklung enorm weitergeholfen."

Haben Sie Kontakt zu Ex-Kollegen?

"Bis vor Kurzem habe ich mit Luuk de Jong Kontakt gehabt, mit ihm habe ich mich immer gut verstanden. Aber es verläuft sich dann mit der Zeit."

2015 wurde Eindhoven Meister. Sie kamen zu fünf Einsätzen, haben also Ihren kleinen Teil beigetragen. Welche Erinnerungen haben Sie?

"Ein einzigartiges Erlebnis. Klar haben es die Fans erwartet, aber wenn man es dann wirklich schafft, ist es überwältigend. Wir sind mit dem Bus durch die Stadt gefahren, die Menschenmassen haben gefeiert, wir haben gefeiert. Es war ein richtig cooles Erlebnis."

Haben Sie ein sportliches Vorbild?

"Einige. Andrea Pirlo hat mir damals, als er gespielt hat, sehr imponiert. Luka Modric und Ivan Rakitic taugen mir auch."

Rapid-Talent Yusuf Demir wird aktuell groß abgefeiert. Wie gut ist er wirklich? Kann aus ihm tatsächlich ein Weltstar werden?

"Ja, ganz sicher. Was man überall liest und hört, kommt nicht von irgendwo. Er ist noch sehr jung, hat aber riesiges Potential. Vergleichbar mit Messi, was die Dribblings und den linken Fuß angeht. Wenn er im Kopf so demütig bleibt wie er ist und weiter so hart an sich arbeitet, kann das ein richtig Großer werden."

Ist der Messi-Vergleich nicht übertrieben?

"Eine Ähnlichkeit ist auf jeden Fall da. Logisch ist Yusuf noch jung. Man muss ihm die Zeit geben, um in seiner Entwicklung zu reifen."

Was ist für Rapid heuer möglich? Trauen Sie sich, das Wort 'Meister' auszusprechen?

"Nein, traue ich mir nicht (lacht). Sicher ist momentan noch alles offen. Aber wir müssen auf uns schauen, dass wir unsere Siege einfahren und konstant werden. Wenn wir dann im richtigen Moment da sind, ist natürlich alles möglich. Aber jetzt großartig von einer möglichen Meisterschaft zu reden, ist viel zu früh. Das ist zu weit weg."

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