Seit 20. August ist auf Prime Video die neue Dokumentation "Der Wolf im Winter" über Novak Djokovic zu sehen. Der Film beleuchtet die Kindheit des 24-fachen Grand-Slam-Champions in Serbien, seinen Aufstieg zum Tennis-Superstar und schwierige Phasen seiner Karriere.
Doch bei Tennis-Fans sorgt vor allem ein prominenter Name für Fragezeichen: Roger Federer kommt nicht als Interviewpartner vor. Dabei lieferten sich der Schweizer und Djokovic über Jahre eines der größten Duelle der Tennis-Geschichte.
50 Mal standen sich Djokovic und Federer gegenüber, 27 Duelle gewann der Serbe. Gemeinsam mit Rafael Nadal prägten sie als "Big Three" eine ganze Tennis-Ära. Umso auffälliger ist Federers Fehlen. Auch Andy Murray kommt nicht als Interviewpartner vor.
Nadal hingegen ist in der Doku zu sehen. Der Spanier spricht darüber, wie schwierig die Duelle gegen Djokovic für ihn waren. Er habe stets das Gefühl gehabt, zu 100 Prozent bereit sein zu müssen, um überhaupt eine Chance zu haben – und selbst das sei oft nicht genug gewesen.
In 60 Duellen behielt Djokovic gegen Nadal mit 31:29-Siegen die Oberhand.
Warum Federer fehlt, bleibt offen. Das serbische Medium "Mondo" bringt dessen zahlreiche geschäftliche und werbliche Verpflichtungen als möglichen Grund ins Spiel. Gleichzeitig ist nicht bekannt, ob der 20-fache Grand-Slam-Sieger überhaupt für die Dokumentation angefragt wurde.
Eine andere Erklärung liefert die Ausrichtung des Films. Regisseur Jason Hehir, der bereits für die erfolgreiche Michael-Jordan-Doku "The Last Dance" verantwortlich war, stellt Djokovic und dessen Persönlichkeit in den Mittelpunkt – und nicht die Geschichte der "Big Three".
Ganz ohne Federer geht es dennoch nicht. Seine Rivalität mit Djokovic spielt naturgemäß eine Rolle. Schließlich stieß der Serbe an die Weltspitze, als Federer und Nadal den Tennissport bereits dominierten.
Dass ausgerechnet Federer selbst dabei nicht zu Wort kommt, dürfte dennoch bei vielen Tennis-Fans für Verwunderung sorgen.