Die Binghamton University in New York präsentiert eine bemerkenswerte Innovation: einen Roboterhund, der blinde Menschen nicht nur führen, sondern dank künstlicher Intelligenz auch mit ihnen kommunizieren kann.
Als Basis dient der Unitree Go2 Pro, ein vergleichsweise günstiges Robotermodell aus China für unter 4.000 Euro. Zum Vergleich: Ein ausgebildeter echter Blindenhund kostet das Fünf- bis Zehnfache.
Wie heise.de unter Berufung auf t3n.de berichtet, nutzt das System das KI-Modell GPT-4 von OpenAI. Dazu kommt ein spezielles Dialogsystem mit zwei Modulen: Bei der Planverbalisierung stimmen Mensch und Roboter gemeinsam ab, wohin es gehen soll. Die Szenenverbalisierung beschreibt unterwegs die Umgebung.
So kann der Nutzer etwa sagen, dass er durstig ist - der Roboterhund sucht dann selbstständig nach einer Küche, einem Getränkeautomaten oder Wasserspender in der Nähe und erklärt den Weg dorthin.
Sieben blinde Menschen testeten den Roboterhund in einem großen Bürogebäude. Das Feedback war laut den Forschern grundsätzlich positiv. In komplexeren Umgebungen wie einer Großstadt ist die Leistung allerdings noch nicht erprobt.
Einen echten Blindenhund kann der Roboter dennoch nicht ersetzen: Lebende Hunde schätzen Gefahren ein, reagieren bei Stürzen und verweigern auch mal Befehle. Vor allem aber vermitteln sie Vertrauen und Verlässlichkeit - etwas, das selbst die beste KI nicht so schnell simulieren kann.