Taxler wollten Rollstuhl-Fahrerin nicht mitnehmen

Das ist kaum zu glauben! Fast eine Stunde lang musste eine 55-jährige Rollstuhlfahrerin warten, bis sie am Linzer Hauptbahnhof von einem Taxi mitgenommen wurde.
Sie wartete und wartete und wartete! Kaum zu glauben, aber erst nach 55 langen Minuten wurde die Rollstuhlfahrerin Danya Bernsteiner (55) von einem Taxi mitgenommen.

Und das am Linzer Hauptbahnhof. Dort, wo stets eine Reihe an Taxis parkt.

"Ich sitze seit 30 Jahren im Rollstuhl. Aber so etwas ist mir noch nie passiert. Ich fühlte mich in dieser Situation das erste Mal diskriminiert", so Bernsteiner im "Heute"-Gespräch.

CommentCreated with Sketch.18 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Ereignet hat sich der unfassbare Vorfall bereits am 1. September. Die 55-Jährige war zusammen mit ihrer Schwester und ihrer Nichte im Urlaub in Kreuzlingen in der Schweiz gewesen, wollte dann vom Hauptbahnhof mit dem Taxi nach Hause fahren.

Die positive Urlaubsstimmung war rasch wieder verflogen. Aufgrund ihres Rollstuhls braucht die gebürtige Kärntnerin stets einen größeren Wagen als Mitfahrmöglichkeit.

Taxler habe sich demonstrativ weg gedreht



Die Auswahl an Taxis vor dem Hauptbahnhof war groß. Sie alle warteten auf Fahrgäste. Aber scheinbar nicht auf jeden.

Gleich beim ersten größeren Wagen, auf den sie zufuhr, folgte der Schock. "Als mich der Lenker gesehen hat, hat er sich demonstrativ auf die andere Seite gedreht und schaute aus dem Fenster. Danach hat er einfach einen anderen Fahrgast mitgenommen", so Bernsteiner schockiert.

Die 55-Jährige versuchte weiter ihr Glück. Doch auch von drei weiteren Taxilenkern holte sich die Rollstuhlfahrerin Absagen. Die Ausreden reichten von "Ich bin nicht an der Reihe", "Ich habe zu wenig Platz" über "Das Taxi ist schon reserviert".

Auch bei Zentrale bestelltes Taxi kam nicht



Da niemand die drei Frauen mitnehmen wollte, rief die Nichte der Rollstuhlfahrerin schließlich bei einer Taxizentrale an. "Dort zeigten sie sich schockiert und versprachen, dass innerhalb von 20 Minuten ein passendes Taxi kommen werde", so Bernsteiner.

Gekommen ist jedoch keines.

Nach 55 Minuten gab es dann doch noch ein Happy End. Ganz hinten in der Schlange entdeckte Bernsteiner ein passendes Taxi. "Ich sagte dem Fahrer, wenn er ganz vorne steht, solle er bitte mich mitnehmen. Dann meinte er, ich könne auch gleich einsteigen", so die 55-Jährige.

Von dem Taxifahrer habe sie dann erfahren, dass solche Vorfälle offenbar keine Seltenheit sind. "Ich weiß schon, dass mein Rollstuhl schwer ist und das Verstauen im Kofferraum etwas aufwendiger sein kann. Aber mich deshalb einfach nicht mitnehmen?", schüttelt Bernsteiner den Kopf.

Sie musste freilich ihrem Ärger Luft machen und schilderte den Vorfall dem Magistrat sowie den Verantwortlichen der Taxi-Innung bei der Wirtschaftskammer. Das Kennzeichen des ersten Taxifahrers, der laut ihr demonstrativ wegschaute, hat die 55-Jährige fotografiert.

Die Antwort der Taxi-Innung laut Bernsteiner: "Sie bedauern das Geschehene. Sie schrieben, den Vorfall aufklären und mit dem betroffenen Taxler reden zu wollen."

Die 55-Jährige will der Sache nun aber nicht mehr weiter nachgehen. "Mir war es wichtig, auf den Zwischenfall aufmerksam zu machen. Ich will aber nicht, dass der Taxifahrer deswegen seinen Job verliert", so Bernsteiner.

Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Ereignis ein Einzelfall bleibt.





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