Der traditionsreiche Spielzeughersteller Franz Schneider GmbH & Co. KG, der hinter der beliebten Marke Rolly Toys steht, beendet zum Jahresende überraschend seine Geschäftstätigkeit.
Das Unternehmen hat seinen Sitz in Neustadt bei Coburg (Deutschland).
Nachdem die Firma Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt hatte, wurde gemeinsam mit Sanierungsexperten und möglichen Investoren nach Auswegen gesucht. Firmeninhaber Frank Schneider erklärte dem 'Fränkischen Tag': 'Die Produktion in Neustadt ist nicht mehr zu retten. Damit geht ein Stück Spielzeuggeschichte verloren.'
Wie t-online berichtet, ist die endgültige Schließung für den 31. Dezember vorgesehen.
Von der Schließung sind mehr als 110 Mitarbeiter betroffen, viele davon im Alter zwischen 50 und 62 Jahren. Für sie gestaltet sich die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz als schwierig. Die Geschäftsführung plant eine zusätzliche Prämie für jene, die bis zum Schluss im Unternehmen bleiben.
Obwohl die Produktion am bisherigen Standort eingestellt wird, soll die Marke Rolly Toys erhalten bleiben. Zwei andere Unternehmen haben Interesse bekundet, die Produktion an einem anderen Ort fortzuführen.
Als Gründe für die Insolvenz nennt das Unternehmen gestiegene Energiepreise seit Beginn des Ukraine-Krieges, höhere Materialkosten, zunehmenden Konkurrenzdruck aus China sowie US-Zölle. Zudem sei im Vorjahr der zweitgrößte Kunde abgesprungen.
Die Firma wurde 1938 gegründet und produzierte seit 1966 Trettraktoren, die u.a. auch in Österreich bei Lagerhaus, Universal oder Shöpping vertrieben werden. Zuletzt wurden jährlich rund 250.000 Kinderfahrzeuge gefertigt.