Nach der Verkündung der Lockerungen durch die Bundesregierung mahnte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) zur Vorsicht. Via Twitter erklärte er, gerade mitten in der Omikron-Welle, deren Höhepunkt noch nicht erreicht sein, sei es "der falsche Zeitpunkt, um Lockerungsschritte anzukündigen", wir haben berichtet.
Diese Woche wird sich der Stadtchef erneut mit seinem Expertenstab treffen und beraten, ob Wien bei den Lockerungen dennoch oder zumindest teilweise mitgeht. Das ist aber fraglich, denn auch die Weiterführung des strengeren Wiener Sonderwegs ist durchaus möglich.
Wie "Heute" erfuhr, gibt es auch koalitionsintern offenbar viel Überzeugungsbedarf. Aus dem Rathaus heiß es, die Parteien seien in "sehr intensiven Gesprächen", dabei gebe es auch "gröbere Meinungsverschiedenheiten".
Die dürfte etwa die Vorlegung der Sperrstunde in der Gastro betreffen. Via Facebook pocht Neos Wien-Wirtschaftssprecher Markus Ornig jedenfalls darauf, diese, wie vom Bund vorgeschlagen, von 22 auf 24 Uhr nach hinten zu verschieben.
"Die angekündigten Öffnungsschritte der Bundesregierung sind in einigen Punkten unlogisch. Wir begrüßen aber vor allem die Verschiebung der Sperrstunde in der Gastronomie! Wien hat bisher immer einen umsichtigen Kurs im Krisenmanagement eingeschlagen – wir müssen aber jetzt auch ans Überleben der Gastro-Betriebe in unserer Stadt denken! Ein Wiener Sonderweg mit Sperrstunde um 22 Uhr wäre nicht zielführend, wenn rund um uns alle wieder bis Mitternacht öffnen dürfen", erklärt Ornig.