Rotes Kreuz OÖ warnt vor mehr Badeunfällen wegen Corona

Die Experten raten: "Kinder am Wasser nie unbeaufsichtigt lassen".
Die Experten raten: "Kinder am Wasser nie unbeaufsichtigt lassen".iStock/Symbolbild
Weil viele Schwimmkurse (für Kinder) wegen der Corona-Beschränkungen ausfallen mussten. Warnt das Rote Kreuz OÖ jetzt vor vermehrten Badeunfällen.

Die Temperaturen steigen. Es ist wieder heiß. Da lädt das Wetter auch heuer wieder zum Baden im Freibad, den heimischen Seen oder daheim im eigenen Pool ein - trotz Corona. Und genau das macht den Experten sorgen.

Denn: „Besonders im heurigen Jahr ist die Gefahr für Badeunfälle groß“, warnt Josef Schaffelhofer, Schwimmreferent im OÖ. Viele der Schwimmkurse mussten wegen Corona und den getroffenen Maßnahmen ausfallen. Auch die Schwimmbäder waren lange zugesperrt, konnten erst verspätet die Saison eröffnen. 

 Pro Jahr vergibt das OÖ. Jugendrotkreuz rund 15.000 Schwimmerabzeichen: vom Oktopus und Frühschwimmer für Anfänger bis zum Retterschein für Profis. Coronabedingt konnten in diesem Schuljahr nur etwa 6.000 Schüler ihr Schwimm-Abzeichen absolvieren.

Vielen Menschen, vor allem unerfahrenen Schwimmern und Kindern fehle daher schlichtweg die Übung. "Gleichzeitig aber boomt der Traum vom Pool im eigenen Garten“, so Schaffelhofer.

Besonders gefährdet sind Kinder. Sie ertrinken oft lautlos, weil sie ihren Kopf nicht über Wasser halten können und sofort untergehen. Für Kleinkinder kann schon ein Wasserstand von 5 bis 10 cm lebensgefährlich sein. Das Einströmen des Wassers in die Atemwege führt zum Ersticken.

"Die Kinder daher nie unbeaufsichtigt und alleine in unmittelbare Nähe eines Gewässers lassen“, weiß der Schwimm-Experte.

Erste-Hilfe ist lebensentscheidend

Im Notfall ist sofortiges Handeln wichtig: Den Notruf wählen und andere Personen aufmerksam machen. „Reichen Sie Ertrinkenden einen Gegenstand, wie einen Rettungsring, einen Ast, ein Paddel, um sie aus dem Wasser zu ziehen“, sagt Schaffelhofer.

Wer sich zutraut, Ertrinkende selbst aus dem Wasser zu retten, sollte sich immer von hinten nähern."Ertrinkende können Rettende sonst in Panik unter Wasser ziehen".

An Land sollte dann sofort mit der Wiederbelebung gestartet werden, wenn Betroffene nicht mehr atmen. Danach geht's ab ins Krankenhaus. Auch Gerettete, die bei Bewusstsein waren, sollten sich zur Kontrolle ins Spital begeben. Denn auch Stunden nach der Rettung können Folgeschäden auftreten.

Erste-Hilfe zu leisten ist wichtig. Bereits jeder fünfte Badeunfall endet tödlich.

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