Der Vater eines Kindes, das den folgenschweren Zwischenfall am Dienstagnachmittag mit ansehen musste, hat sich bei "Heute" gemeldet. In einem Mail an die Eltern wiederum schildert die Leiterin des betroffenen Hortes Römerbergschule die bangen Minuten.
"Eine Spaziergängerin hatte ihren Hund nicht unter Kontrolle. Das Tier riss sich los, lief auf den Spielplatz (Schulertal – nahe der Betreuungseinrichtung; Anm.) und griff zwei Kinder an, heißt es in der Nachricht.
Eines der beiden wurde gebissen und musste im Krankenhaus behandelt werden. Gegen die Halterin, die nicht weit weg wohnen soll, wurde Anzeige erstattet.
Wir haben mit Daniel Hagendorf, Direktor der Kinder- und Jugend-Services am Magistrat Linz, gesprochen: Laut Polizeibericht handelte es sich um einen Rottweiler. Beim Angriff waren 60 Kinder und sieben Mitarbeiterinnen vor Ort. "Es dürfte ein größerer Hund gewesen sein, er muss den Kindern eher auf Augen- als auf Fußhöhe entgegengekommen sein."
Seine Kolleginnen hätten geistesgegenwärtig gehandelt, so Hagendorf. Sie versuchten noch, den Vierbeiner an der Leine zu packen, was nicht gelang. Als er die Kinder attackierte, zogen sie ihn weg. Rettung und Polizei wurden gerufen.
Wie "Heute" erfahren hat, wurde ein neunjähriger Bub verletzt. Das Tier biss ihn ins Bein, die Wunde wurde mit zwei Stichen genäht. Ein Mädchen kam mit dem Schrecken davon.
Die Stadt Linz hat die Veterinäraufsicht eingeschaltet. Es muss geklärt werden, ob die Besitzerin das mittlerweile deutlich strengere Hundehaltegesetz beachtet hat.
Unterdessen läuft in der Betreuungseinrichtung die Aufarbeitung des Vorfalls: Mittwochvormittag traf ein Team der Krisenhilfe ein. Die Pädagoginnen sollen dabei beraten werden, wie sie die Kinder nun bestmöglich begleiten können.
Man werde Spielplatz auch künftig nutzen, da die Bewegung im Freien sehr wichtig sei, heißt es. Gleichzeitig möchte man den Bedürfnissen der Schützlinge gerecht werden: "Sie können daher selbst entscheiden, ob sie lieber im Hort oder draußen spielen möchten."