Politik

Rückstände! Verbot von Glyphosat gefordert

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:03

Laut Studie von Global 2000 bzw. "Friends of the Earth" haben drei von zehn Österreicher Rückstände des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat im Harn. Im EU-Shnitt liegt der Wert bei 50 Prozent. Die Umweltschützer forderten am Donnerstag ein sofortiges Verbot des Herbizids. Umweltminister Nikolaus Berlakovich (V) möchte hingegen mit einem Verbot auf die Neubewertung durch die EU warten.

Laut Studie von Global 2000 bzw. "Friends of the Earth" haben drei von zehn Österreicher Rückstände des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat im Harn. Im EU-Shnitt liegt der Wert bei 50 Prozent. Die Umweltschützer forderten am Donnerstag ein sofortiges Verbot des Herbizids. Umweltminister Nikolaus Berlakovich (V) möchte hingegen mit einem Verbot auf die Neubewertung durch die EU warten.

Sollten Risiken erkannt werden, "bin ich auf jeden Fall offen für ein Verbot der Anwendung dieses Mittels im Lebensmittel-und Futterbereich", wie Berlakovich sagte.

Global 2000 fordert hingegen ein sofortiges Verbot von Produkten, die Glyphosat nutzen und zwar "sowohl privat, in der Landwirtschaft, aber auch im öffentlichen Raum", so Helmut Burtscher, Umweltchemiker bei Global 2000. Denn die Schädlichkeit für den Menschen sei nicht auszuschließen.

Risiko für Schwangere nicht auszuschließen

Bei gesunden Erwachsenen sei eine akute Schädigung zwar nicht möglich, selbst langfristig sei das Risiko eher gering, auch wenn es Hinweise auf eine hormonaktive und kanzerogene Wirkung gebe, erklärte Umweltmediziner Hanns Moshammer von den ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt. "Allerdings kann man bei Schwangeren das Risiko für das Ungeborene nicht ausschließen", so Moshammer weiter. Die Datenlage sei noch unzureichend.

Die höchsten Werte gab es in Malta, wo neun von zehn Testpersonen Glyphosat im Körper hatten, aber auch in Deutschland waren 80 Prozent der Teilnehmer positiv. "Der Befund ist besorgniserregend", so Burtscher.

  

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