"Ist so viel passiert"

Rückschläge, Verletzungen: Flocks Weg an die Spitze

Rückschläge, Verletzungen, Zweifel – und schließlich Olympia-Gold. Janine Flock schreibt österreichische Sportgeschichte.
Georg Steinschnack
15.02.2026, 07:30
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17. Februar 2018, Pyeongchang, Südkorea. Nach drei von vier Läufen liegt Janine Flock im Skeleton auf Goldkurs. Doch sie verpasst die Olympia-Medaille. Ein schwacher letzter Lauf, am Ende bleibt Rang vier, auf Bronze fehlen 0,02 Sekunden. "Als ich ins Ziel gekommen bin und die Vier gesehen habe, dachte ich nur: Scheiße, ein echter Schlag ins Gesicht", sagt Flock damals sichtlich geschockt. Auch 2022 bei Olympia in Peking zählt sie zu den Mitfavoritinnen, doch nach nur zwei Läufen ist der Traum quasi vorbei. Zu viele Fehler schleichen sich ein, am Ende reicht es nur für den zehnten Platz.

Harter Weg zurück

Manche hätten aufgegeben – auch mit Blick auf die Verletzungshistorie. In den vergangenen beiden Jahren muss Flock eine Rückenoperation über sich ergehen lassen, bricht sich zweimal den Knöchel und einmal die Nase. Erst im vergangenen Monat pausiert sie im Weltcup wegen einer Gehirnerschütterung. Doch nicht Flock. Nicht Janine Flock. Im Eiskanal von Cortina rast die 36-Jährige bei ihrer wohl letzten olympischen Chance zu Gold.

Die 36-jährige Tirolerin bewahrt im vierten und letzten Lauf die Nerven, lässt keinen Wackler zu und setzt sich am Ende mit einem Vorsprung von 0,30 Sekunden vor der Deutschen Susanne Kreher durch. Bronze geht mit 0,44 Sekunden Rückstand an Jacqueline Pfeifer – ebenfalls aus Deutschland. Kaum ist das Ergebnis auf der Anzeigetafel aufgeleuchtet, legt sich Flock die rot-weiß-rote Flagge über die Schultern. Ein kurzer Blick nach oben, dann das Lächeln – und Augen, die feucht werden. Erleichterung und Freude liegen in diesem Moment dicht beieinander. Mit diesem Lauf schreibt sie durch die erste Goldmedaille im Skeleton österreichische Sportgeschichte.

Auch ihre Mutter Angela Flock ist den Tränen nahe. "Sie hat es sich so verdient – auch mit all den Rückschlägen, die sie einstecken musste. Aber sie hat sich immer wieder zurückgekämpft."

Als Ex-ÖOC-Präsident Karl Stoss ihr die Goldmedaille um den Hals legt, schließt Flock für einen Moment die Augen. Acht Jahre nach Pyeongchang steht sie ganz oben. "In den letzten Jahren ist so viel passiert, aber alles hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Ich bin einfach nur überglücklich und dankbar, dass ich das alles so erleben darf", sagt sie. Dem ist wenig hinzuzufügen. Herzlichen Glückwunsch!

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