Manuel Feller rettete das Kitzbühel-Wochenende mit seinem Slalom-Sieg am Ganslernhang am letzten Drücker für die rot-weiß-roten Ski-Fans.
Manu scheint seine privaten Probleme in den Griff bekommen zu haben. Mit der breiten Brust nach dem Heimsieg ist er jetzt für mich ein heißer Olympia-Tipp.
24 Stunden zuvor war das ÖSV-Abschneiden bei der Abfahrt auf der Streif desaströs. Vincent Kriechmayr schaffte es als 13. als einziger Lokalmatador in die Top 20. Für die Ski-Nation ist das ein Tiefschlag. Noch nie waren Österreichs Abfahrer schlechter in Kitz.
Bei der Analyse der ÖSV-Abfahrer tue ich mir schwer. In gewissen Teilabschnitten schnell, passieren dann in leichten Kurven Fehler, die ich mir nicht erklären kann.
Babinsky hat für mich Potenzial, schafft es aber nicht, die Leistungen aus dem Super-G in der Abfahrt zu zeigen. Das kann sich rasch ändern: Ein etwas zu hartes Aufkanten der Skier bei einer Ausfahrt ins Flache kostet bei einer Abfahrt rasch fünf Zehntel.
Die Zukunftsperspektiven im ÖSV-Abfahrtsteam sind nicht rosig, wenn Daniel Hemetsberger mit 34 Jahren noch immer als Hoffnung gesehen wird. Diesen Blickwinkel sollte man rasch ändern.
Ich wünsche dem ÖSV, dass ein Komet wie Giovanni Franzoni plötzlich auftaucht.
Der Italiener ist ein Jackpot für den Ski-Weltcup. Ein sympathischer Typ, der neue Fans anspricht. Er bringt große Gefühle rein. Bei Ski-Rennen soll es nicht nur um die schnellste Zeit gehen, sondern auch um Emotionen. Kitzbühel kann das am besten.
Nur Ski-Insider kannten vor wenigen Wochen Franzoni. Ich schließe nicht aus, dass es auch in Österreich so einen Kometen unter den Ski-Talenten gibt.
Man sollte bei Ex-ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel nachfragen, wie man ihn findet, die richtigen Motivationsspritzen mitgibt und an die Weltspitze führt.