Erst ein Urschrei, dann die Tränen der Freude. Manuel Feller erfüllte sich am Sonntag in Kitzbühel einen Lebenstraum. Der Tiroler raste im Slalom am Ganslernhang nicht nur erstmals aufs Podest im Heimrennen, sondern triumphierte sensationell und holte sich die Goldene Gams.
Nach dem größten Erfolg seiner Laufbahn rang der 33-Jährige sichtlich um Worte. Feller sagte im "ORF": "Momentan ist einfach alles ein bisschen zu viel. Es ist schwierig, das Erlebte in Worte zu fassen. Ich habe oft davon geträumt, heute hat es einfach funktioniert."
Der Schlüssel zum Sieg lag im zweiten Durchgang. Mit einer entfesselten Fahrt schob sich Feller von Rang vier ganz nach vorne. Er selbst erklärte die Vorgehensweise rein technisch: "Eigentlich habe ich nichts Besonderes gemacht. Das ist die beste Taktik für diesen Hang. Es ist ein Happy End hier in Kitzbühel."
Gerade der lange Weg bis zum Triumph macht den Sieg für den Tiroler so wertvoll. Immer wieder hatte er am Ganslernhang knapp das Podest verpasst. Diesmal passte alles. "Wenn es gleich geklappt hätte, wäre es nicht so besonders gewesen. Vor dieser Kulisse zu gewinnen, ist etwas ganz Spezielles."
Für Feller hatte dieser Sieg eine noch emotionalere Note. Bereits im Dezember sprach der ÖSV-Star erstmals über eine schwierige private Phase. Was genau vorgefallen war, ist nach wie vor unklar. Mit Tränen in den Augen erklärte er: "Es war die schwierigste Phase meines Lebens. Ich möchte mich bei meiner Frau bedanken. Es ist sehr viel passiert, darüber möchte ich aber nicht reden." Seine Botschaft wollte er dennoch teilen und richtete sie an alle, die kämpfen müssen: "Es zeigt einfach, dass man nicht aufgeben darf, egal in welcher Situation man steckt."
Mit dem Sieg schrieb Manuel Feller nicht nur österreichische Ski-Geschichte, sondern belohnte sich selbst für jahrelange Rückschläge. Ein Triumph, der in Kitzbühel noch lange nachhallen wird.