Im Jänner 2024 schlug die große Stunde von Cyprien Sarrazin. Der Franzose triumphierte in Kitzbühel auf der Streif bei beiden Abfahrten, deklassierte die Konkurrenz mit einer mächtigen Portion Risiko. Im Dezember dann der große Rückschlag: In Bormio stürzte er schwer, seitdem befindet er sich auf dem beschwerlichen Weg zurück.
Auf Ski steht er bereits seit Dezember, sein Comeback wird er aber erst nächsten Winter geben. Die Hahnenkamm-Rennen beobachtet er deshalb nur von der Seitenlinie aus. Wie er in Kitzbühel verriet, hat sich beim Speed-Spezialisten aber abseits der Piste viel getan. Zuletzt tauschte er häufig die Skipiste gegen die Langlauf-Läufe. Hauptverantwortlich dafür: Seine neue Freundin.
"Seit Jänner war ich sicher neun, zehn Tage jeweils mindestens zwei Stunden am Ski. Nicht wegen Training", sagt er. Verantwortlich dafür ist seine Freundin, die Langlauf‑Profi Laura Gimmler. Die 32‑jährige Deutsche ist mehrfache nationale Meisterin, gewann Silber mit der Staffel bei der WM 2023 in Planica und holte im März ihren ersten Weltcup‑Podestplatz (3. Rang in Lahti).
Sarrazin genießt die Zeit auf der Loipe: "Es macht mir richtig viel Spaß", sagt er. Die gemeinsame Zeit mit Gimmler während seiner Reha sei ein echter Lichtblick gewesen. Bei den Olympischen Spielen wird der Franzose mit von der Partie sein. Jedoch nicht auf Medaillen-Jagd, "aber als Fan beim Langlauf."
Nicht jeder seiner Ski-Kollegen teilt diese neue Leidenschaft: "Simon Jocher hasst Langlaufen", berichtet Sarrazin schmunzelnd. Der Grund: Jocher ist mit Coletta Rydzek, einer Team‑ und Staffelkollegin von Gimmler, liiert – und wird bei gemeinsamen Loipen‑Ausflügen eher widerwillig mitgeschleppt. "Aber es ist trotzdem nett und wir haben immer Spaß", so Sarrazin.