Giovanni Franzoni versetzt den Ski-Weltcup in Erstaunen. Der Italiener gewann am vergangenen Wochenende in Wengen mit dem Super-G sein erstes Weltcuprennen. Nach zwei Trainingsbestzeiten in Kitzbühel legte der Italiener am Samstag den Triumph auf der berüchtigten Streif nach. Franzoni hat den lange so dominanten Schweizer Abfahrern den Rang abgelaufen.
Das hat zuletzt Spekulationen über ein vermeintliches "Wunderwachs" bei den Italienern befeuert. Immerhin fuhren in der spektakulärsten Abfahrt der Welt gleich vier Italiener vor dem besten Österreicher – Vincent Kriechmayr auf dem enttäuschenden 13. Platz – ins Klassement.
Schon im Vorfeld des Wochenendes kamen Spekulationen über das Wachs der Konkurrenten auf. Bereits in Wengen hatte "ORF"-Experte Hans Knauß angedeutet, dass die eine oder andere Nation etwas Besonderes gefunden habe. Dies hätte sich vor allem durch gute Zeiten auf Gleitstücken gezeigt.
Doch die Wachs-Gerüchte scheinen sich als falsche Fährte entpuppt zu haben. Stattdessen dürfte die Spur eher zu einer Skimarke führen: zu Rossignol. Franzoni ist Fahrer der Franzosen, so wie auch der Überraschungs-Dritte Maxence Muzaton. In der Kitzbühel-Abfahrt lagen in den Top-15 gleich sieben Läufer mit den Rossignol-Brettern unter den Füßen.
Zumindest sprach "ORF"-Mann Rainer Pariasek am Rande der Weltcup-Abfahrt auf dem Hahnenkamm über den Material-Vorteil der Skimarke. "Ich habe das auch schon gehört, dass Rossignol irgendetwas hätte", meinte "ORF"-Experte Armin Assinger, dem dies aber eine zu einfache Lösung sei: "Die erste Erklärung, wenn etwas nicht läuft, ist immer das Material."
"Ja, es macht den Anschein, dass sie etwas gefunden haben, aber wir haben alle die gleiche Chance, weiterzuentwickeln", meinte der knapp geschlagene Odermatt, lobte aber auch Franzoni: "Er fährt brutal gut. Am Ski ist es sicher nicht gelegen."