Der Italiener Giovanni Franzoni siegte am Samstag auf der berüchtigten Streif, unterstrich damit seine Favoritenrolle nach den beiden Trainingsbestzeiten. Der Italiener hängte Marco Odermatt aus der Schweiz um gerade einmal sieben Hundertstelsekunden ab. Dritter wurde Maxence Muzaton aus Frankreich (+0,39).
Mit dem Sieg hatten Österreichs Abfahrts-Asse aber nichts zu tun – ganz im Gegenteil. Vincent Kriechmayr war als bester heimischer Läufer auf dem ernüchternden 13. Platz (+1,48) gelandet. Punkte gab es noch für Manuel Traninger als 24. (+1,66) und Raphael Haaser auf Platz 25 (+1,69). Daniel Hemetsberger war auf dem Weg zu einem Topplatz, schied aber mit einer Unachtsamkeit im Lärchenschuss aus.
Die Ernüchterung im ÖSV-Lager war nach dem Rennen jedenfalls groß. Denn Österreichs Skiverband musste das schlechteste Abfahrts-Ergebnis aller Zeiten auf der Streif verkraften. "Leider haben wir keine Rolle gespielt. Einige haben aufgezeigt. Und wenn wir die Fehler nicht machen, hätten wir um den Sieg mitgekämpft", meinte ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober nach dem Rennen im "ORF".
Gleichzeitig betonte aber auch die Präsidentin ihre Enttäuschung: "Natürlich ist das nicht unser Anspruch, dass wir nicht einmal in den Top Ten sind."
"Es sind Kleinigkeiten, es kommt dann auch das Pech dazu. Das macht dann halt das große ganze Bild aus, dass wir nicht vorne mit dabei sind", so Stadlober weiter, hob aber mahnend den Finger: "Wir sind nicht die Favoriten, aber immernoch die gefährlichen Außenseiter."
Deutliche Kritik kam derweil von "ORF"-Analytiker Armin Assinger. "Die erste Erklärung, wenn etwas nicht läuft, ist immer das Material. Ich höre das in anderen Bereichen im ÖSV auch, bei den Damen. Ich finde, das ist immer die einfachste Ausrede. Man sollte bei sich selbst anfangen", so der Ex-Rennläufer, nannte ein Beispiel: "Von unseren Läufern hat keiner bis zum U-Turn grün. Unsere sind von Anfang an immer auf der Jagd, müssen hinterherhecheln. Das ist deppert."
Aber man müsse sich an das Positive halten: "Wir sind die Außenseiter bei Olympia."