Ukraine

Russen-Soldat schildert Mutter, wie er gefoltert hat 

Der ukrainische Geheimdienst hat erneut ein vermeintlichees Telefonat zwischen einem Soldaten und seiner Mutter veröffentlicht, das fassungslos macht.

Nikolaus Pichler
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Der ukrainische Geheimdienst hat ein schockierendes Telefonat zwischen einem russichen Soldaten und seiner Mutter abgefangen. 
Der ukrainische Geheimdienst hat ein schockierendes Telefonat zwischen einem russichen Soldaten und seiner Mutter abgefangen. 
ALEXANDER NEMENOV / AFP / picturedesk.com

Nächste Enthüllung des ukrainischen Geheimdienstes SBU: Die Behörden haben ein abgefangenes Telefonat eines russischen Soldaten mit seiner Mutter veröffentlicht. Darin erzählt der Sohn, der dem SBU zufolge in der Region von Charkiw stationiert war, von grauenhaften Folterungen ukrainischer Soldaten und Zivilisten.

Der SBU veröffentlichte auch laut einem Bericht der deutschen "Bild"-Zeitung die vollständigen Adressen des Soldaten und seiner Mutter. Gegenüber dem deutschen Blatt erklärte ein westlicher Militärexperte, dass er die Schilderungen für authentisch halte. Auch wenn man die Mitschnitte im Einzelfall nicht überprüfen könne, würden sie sich mit dem decken, "was ans Licht kam".

Das deutsche Blatt übersetzte das gesamte Gespräch der beiden Russen. Die Schilderungen des laut Bericht erst 20 Jahre jungen Soldaten erinnern dabei an einen Horrorfilm. 

Das ist schockierendes Folter-Telefonat 

Soldat: "Vor meinen Augen wurden Gefangene gefoltert. Nun ja, ich habe auch mitgemacht. FSB-Mitarbeiter. Weißt du, was ein Röschen ist?"

Mutter: "Nein."

Soldat: "Auf dem Körper eines Mannes kann man 21 Rosen machen. 10 Finger, 10 Zehen und das Geschlechtsteil. Entschuldige bitte."

Mutter: "Aha."

Soldate: "Hast du gesehen, wie eine Rose sich öffnet?"

Mutter: "Ja."

Soldat: "Nun, genau so wird die Haut entlang des Knochens abgeschnitten, mit dem Fleisch. Und danach alle Finger. Genauso wird das dort gemacht. Das wird als 21 Rosen auf dem Körper des Mannes bezeichnet. Weißt du, was ich noch für Foltermethoden gesehen habe?"

Mutter: "Warum sagst du, dass du mitgemacht hast? Das waren doch FSB-Mitarbeiter."

Soldat: "Wir haben die Soldaten gefangen genommen und hingefahren."

Mutter: "Und?"

Soldat: "Und während wir auf die Chefs der Folterkammern gewartet haben, haben wir sie festgehalten und verprügelt, die Beine gebrochen, damit sie nicht wegrennen."

Mutter: "Sie versuchen noch, irgendwas zu machen? Verstehen sie nicht, dass es vorbei ist?"

Soldat: "Sie verstehen überhaupt nichts."

Mutter: "Weil sie unter Drogen stehen, ja?"

Soldat: "Ja, sie haben auch einen Zivilisten gefangen. Der Chef der Folterkammer hat erzählt, dass sie einen alten Mann erwischt haben, auf dessen Telefon Fotos von allen Stellungen waren."

Mutter: "Diese Missgeburt, verdammt, Arschloch!"

Soldat: "Er ist mit dem Fahrrad herumgefahren und hat Stellungen fotografiert. Mit einer weißen Flagge. Und hat alle Stellungen fotografiert und ihnen geschickt."

Mutter: "Verdammt, diese Missgeburt."

Soldat: "Ja."

Mutter: "Deshalb sage ich ja, dass man ihnen nicht glauben kann. Ukrainer…"

Soldat: "Und dieser alte Mann wurde mit Gummiknüppeln totgeprügelt. Kannst du dir vorstellen, wie viele Schläge man braucht, mit einem einfachen Gummiknüppel? (...)"

Soldat berichtet von perfider Stacheldraht-Folter

Der russische Armeeangehörige erzählt von einer weiteren Folterpraktik, bei der Stacheldraht in den Körper des Opfers eingeführt und dann langsam herausgezogen wird. Er berichtet auch von Gesprächen mit den Folteropfern und sagt, dass er es "sehr mag", den Willen seiner Opfer zu brachen. "Du magst es?", fragt seine Mutter gemäß dem Bericht. "Ich mag es."

"Wenn ich dort hinkäme, würde ich das auch genießen. Wir beide sind gleich", zitiert das Medium seine Mutter.

Launige Scherze über Kriegsverbrechen

Gegen Ende des Telefongesprächs kommendie beiden laut "Bild" auf die Folterpraktiken zurück. Der Sohn habe über sein Vorgehen gescherzt, darüber gelacht und seine Mutter die Folter-Witze erwidert, heißt es in dem Artikel. Immer wieder habe sie betont, dass es sich bei Ukrainerin nicht um Menschen handele. 

Bei dem veröffentlichtem Audio-Clip handelt es sich nicht um die erste Enthüllung des Geheimdienstes. Regelmäßig informiert der SBU auf seinem Telegram-Kanal Infos, die aus abgehörter Kommunikation der Russen stammen sollen. Vor Wochen sorgte ein abgehörtes Telefonat zwischen einem russischen Soldaten im Ukraine-Einsatz und seiner Frau für Aufregung. Darin gab die Frau ihrem Mann die Erlaubnis, in dem Kriegsgebiet Frauen zu vergewaltigen.