Der russlandkritische Favorit der französischen Präsidentschaftswahl, Emmanuel Macron, fiel am Freitag Hackern zum Opfer. Kurz vor der Stichwahl am Sonntag stellten Kriminellen 9 Gigabyte Daten ins Netz, die dem Wahlkampfteam von Macron zuvor gestohlen worden waren. Zusammen mit den echten Daten seien fingierte Dokumente online gestellt worden, um Falschinformationen über Macron zu streuen.
Steckt der Kreml dahinter?
Sicherheitsexperten vermuten nun, dass die Regierung in Moskau höchstpersönlich ihre Finger im Spiel hat, wurden doch ähnliche Methoden bei den Angriffen auf US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und auf die deutsche CDU angewandt.
Die Gruppe "Pawn Storm" (auch bekannt unter "Fancy Bear", "Apt 28" oder "Strontium") soll dafür verantwortlich sein. Sie soll mit dem russischen Militärgeheimdienst GRU in Verbindung stehen.
Wiederholt warnte die französische Regierung vor einer Einmischung Russlands in den Wahlkampf in Frankreich. Anders als Macron ist seine Konkurrentin Marine Le Pen eine Freundin Russlands. Macrons Partei beschuldigte den russischen Sender "RT" zuletzt, sich mit russischer Propaganda einzumischen.
Die Kriminellen bombardierten die Mitarbeiter von Macron in den vergagenen Wochen mit E-Mails, mit denen Schadsoftware auf den Computer geladen und Logins und Paswörter gestohlen werden können. (csc)