Schach-Legende Gerri Kasparow spricht sich gegen den Krieg und das Regime seines Heimatlandes Russland aus. Präsident Wladimir Putin befahl vergangenen Donnerstag den Angriff auf die Ukraine. Der Krieg erschüttert die Welt. So auch Großmeister Kasparow.
Der Weltmeister der Jahre 1985 bis 2000 positioniert sich in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung klar: "Es ist tragisch für mein Land. Tausende junge Russen sterben für diesen verrückten Diktator. Viele von ihnen wurden unter Putin geboren und sterben unter Putin."
Er hoffe, dass der Krieg zum "Kollaps des Regimes" führe. Er nehme auch positive Signale wahr: "Seit dem Ende des Kalten Kriegs, dass fast die ganze Welt zusammenhält. In meinen wildesten Träumen hätte ich eine solche Solidarisierung binnen vier oder fünf Tagen nicht erwartet."
Kasparow ist nicht erst seit der Invasion der Ukraine Putin-Kritiker, bezog schon in den vergangenen Jahren immer wieder deutlich Stellung. Über Putin sagt er: "Nach 22 Jahren mit einer solchen Machtfülle und niemandem, der einen kritisiert, ist es schwer, bei klarem Verstand zu bleiben. Er sieht alles aus seiner Blase. Wir wissen, dass er nur sehr wenigen vertraut und nicht ins Internet geht. Wie soll so jemand realistisch bleiben?"