Russischer Spam-König an die USA ausgeliefert

Ein 2017 in Spanien verhafteter Hacker wurde Anfang Februar an die US-Behörden übergeben. Nun soll er in Connecticut vor Gericht kommen.

Spanische Polizeibeamte haben den russischen Staatsbürger Pyotr Levashov, der auch unter dem Namen Peter Sevara bekannt ist, an US-Marshals übergeben. Levashov wurde bereits im April 2017 im Rahmen eines Internationalen Haftbefehls verhaftet, als er sich auf einer Ferienreise in Barcelona befand.

Der Cyberkriminelle, der laut Spamhaus.org zu den schlimmsten Spammern weltweit gehört, soll nun im US-Bundesstaat Connecticut vor Gericht gestellt werden. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, für den bekannten Viagra-Spam verantwortlich zu sein.

Lukratives Geschäft

Levashov gilt als einer der am längsten operierenden Spam-Könige im Internet. Er sei mindestens seit dem Jahr 2004 aktiv und habe mit vielen Spammern aus Osteuropa und den USA zusammengearbeitet. Neben der Entwicklung von Spamware war er wohl auch an der Programmierung von Viren und Trojanern beteiligt.

Wie der Sicherheitsforscher Brian Krebs in einem Blogeintrag schreibt, konnte sich der Russe in den letzten 14 Jahren vor allem mit Botnetzen (siehe Box) ein lukratives Geschäft aufbauen. Diese nutzte er jedoch nicht selber, sondern stellte sie anderen Spammern zur Verfügung.

Was ist ein Botnetz?

Ein Botnetz besteht aus verschiedenen Computern oder smarten Geräten, die mit Schadprogrammen infiziert und so miteinander verbunden sind. Darüber können Angreifer – ohne das Wissen der Besitzer – Attacken durchführen oder das Netzwerk sonstwie für ihre Zwecke nutzen.

Vermietung der Infrastruktur

So konnten Interessierte für lediglich 200 Dollar eine Million Spam-Mails verschicken lassen. Phishing-Mails mit denen die Nutzernamen und Passwörter von unvorsichtigen Personen geklaut werden sollen, konnten für 500 Dollar an eine Million Empfänger verschickt werden.

Der Russe war laut einem Bericht der "New York Times" stets sehr vorsichtig. So traf er sich nie persönlich mit Geschäftspartnern und telefonierte nie mit diesen. Stattdessen kommunizierte er über verschlüsselte Messenger. Wie Theverge.com berichtet, führte jedoch möglicherweise die Überwachung seines iCloud-Accounts zu seiner Verhaftung. (swe)

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