Erst Starlink, jetzt Telegram. Russische Soldaten an der ukrainischen Front sind in Panik – die anhaltenden Kommunikationsprobleme werden jetzt auch noch vom Kreml selbst verschärft.
Die Kriegstreiber von Wladimir Putin haben am Dienstag angekündigt, auch den in Russland beliebten Messenger-Dienst Telegram blockieren zu wollen. Es sei eine Maßnahme im "Kampf gegen die NATO".
Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor bestätigte, restriktive Maßnahmen gesetzt zu haben. Der Dienst wird vorerst verlangsamt und der Zugriff erschwert.
Telegram gehe nicht gegen den Betrug und Missbrauch zu kriminellen und terroristischen Zwecken auf seiner Plattform vor, und verstoße so gegen russisches Recht, heißt es offiziell seitens Roskomnadsor.
Andrej Guruljow, Mitglied der russischen Staatsduma, behauptet, dass das der einzige Ausweg sei, um sensible Informationen zu schützen. Er fordert alle Russen auf, sich damit abzufinden und auf den "nationalen" Messenger MAX umzusteigen. Kritiker hegen den Verdacht, dass dort der Inlandsgeheimdienst FSB mitlesen kann.
Telegram wird von 89 Millionen Russen genutzt und ist, auch mangels verlässlicher Alternativen, für viele Frontsoldaten die bequemste Plattform zur Kommunikation, meldet NEXTA. Sie tauschen darüber nicht nur Informationen aus, sondern überwachen auch (feindliche) Drohnenangriffe in Echtzeit.
"Jetzt, wo Sie uns dieses Werkzeug wegnehmen wollen – nun, wer Wind sät, wird Sturm ernten" – so lautet die Drohung, die einer der Soldaten in seiner Videobotschaft an Putin äußert: "Der Prozess des Informationsaustauschs und der Interaktion, der mit großen Schwierigkeiten aufgebaut wurde, wird immer komplizierter."