"Größter Profiteur"

Putin will Iran-Krieg noch Jahre weiter befeuern

Russland ist laut dem UN-Botschafter der Ukraine der größte Profiteur des US-israelischen Kriegs gegen den Iran. Für sein Land ist das ein Problem.
Newsdesk Heute
21.03.2026, 12:21
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Der ukrainische UN-Botschafter Andrij Melnyk geht davon aus, dass sich Russland insgeheim über den Krieg im Nahen Osten freut, obwohl eigentlich eine Partnerschaft mit dem Mullah-Regime Iran besteht.

"Ich glaube, dass Russland der größte Profiteur dieses Kriegs ist, weil dieser Putins Vernichtungskrieg gegen die Ukrainer überschattet", so Melnyk. Und durch die gestiegenen Ölpreise und von Trump gelockerten Sanktionen könne der Kreml wohl alleine im März seine Kriegskassen mit weiteren 10 Milliarden Euro auffüllen.

"Wäre ich Putin, würde ich alles tun, um diesen neuen Flächenbrand im Nahen Osten möglichst lange am Köcheln zu halten", meint er im Gespräch mit t-online. "Ich würde nicht ausschließen, dass Moskau diesen de facto Stellvertreter-Krieg gegen die USA und ihre Verbündeten im Mittleren Osten noch Monate, wenn nicht Jahre weiterführen wird."

Andrij Melnyk ist ständiger Repräsentant der Ukraine bei den Vereinten Nationen in New York. Zuvor war er Botschafter in Deutschland.
IMAGO/ZUMA Press Wire

Russland mische zwar kräftig mit in diesem Krieg, aber man habe zuletzt in Syrien und Venezuela gesehen, dass die Bündnisse mit Russland "lediglich auf dem Papier existieren".

Der Nahost-Konflikt sei für sein Land hingegen eine "wahre Hiobsbotschaft": "Die Länder im Nahen Osten rüsten jetzt massiv auf. Die Welt wird nicht nur chaotischer, sondern wir stehen plötzlich in Konkurrenz um knappe Rüstungsgüter, auch mit sehr vermögenden Staaten aus der Golfregion."

Auf seine Differenzen mit deutschen Spitzenpolitikern angesprochen, sagte Melnyk, dass er keinen Grund sieht, SPD-Politiker Rolf Mützenich um Verzeihung zu bitten: "Ehrlich gesagt möchte ich mich nicht bei Herrn Mützenich entschuldigen".

Melnyk hatte 2024 den damaligen SPD-Fraktionschef im Bundestag als "widerlichsten deutschen Politiker" bezeichnet, nachdem sich Mützenich für ein "Einfrieren" des Kriegs in der Ukraine ausgesprochen hatte.

Melnyk betonte, dass es ihm nicht darum gegangen sei, Mützenich persönlich zu beleidigen oder ihm seine Haltung zu Friedensverhandlungen vorzuwerfen. Aus seiner Sicht habe Mützenich aber eine stärkere militärische Unterstützung der Ukraine verhindert: "Wäre es nach ihm gegangen, wäre die Ukraine von Deutschland wohl nie militärisch unterstützt worden."

Beim damaligen deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz habe er sich um ein Abschiedsgespräch bemüht, nachdem er 2022 von Deutschland zurück in die Ukraine gegangen ist. Allerdings ist es laut Melnyk dazu nicht gekommen, "weil er vielleicht wirklich beleidigt war". Melnyk hatte den damaligen Kanzler zuvor eine "beleidigte Leberwurst" genannt.

"Ich bin sehr gespannt auf seine Memoiren, die er 2027 veröffentlichen will und ob er die Fehler der Russlandpolitik einräumen wird", sagte Melnyk mit Blick auf Scholz.

{title && {title} } red, {title && {title} } 21.03.2026, 12:21
Jetzt E-Paper lesen