Die Nachrichten aus dem Baltikum sind alarmierend: Russland hat seine Kapazitäten zur Störung von GPS-Systemen in Europa massiv ausgebaut. Von der russischen Exklave Kaliningrad, die zwischen den NATO-Staaten Litauen und Polen liegt, können Signale in einem Umkreis von bis zu 450 Kilometern verfälscht werden.
Die Zahlen sind dramatisch: Die Anzahl der entsprechenden Antennen in dem stark militarisierten Gebiet ist seit Anfang 2025 von drei auf stolze 36 angestiegen. Das ist eine Verzwölffachung der Störkapazitäten innerhalb weniger Monate.
Wie die Nachrichtenagentur AFP meldet, hat der Vize-Chef der litauischen Kommunikationsaufsicht, Darius Kuliesius, diese Daten öffentlich gemacht. Die russische Botschaft in Vilnius reagierte auf eine Anfrage nicht – Moskau hat ähnliche Vorwürfe in der Vergangenheit stets als Verleumdungskampagne zurückgewiesen.
Die Störsignale können laut einer Karte der litauischen Behörde Estland, Lettland, Litauen, weite Teile Polens sowie Gebiete in Finnland, Schweden und Belarus erreichen. Auch die Ostsee ist betroffen. Erste Vorfälle gab es demnach seit dem NATO-Gipfel in Vilnius 2023 – inzwischen seien die Störungen eine dauerhafte Provokation.
In der Vergangenheit waren bereits hochrangige Politiker betroffen: 2025 wurde bei einem spanischen Militärflugzeug mit Verteidigungsministerin Margarita Robles an Bord nahe Kaliningrad eine GPS-Störung festgestellt. Auch eine Maschine mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wurde auf dem Weg nach Bulgarien gestört.
Der jüngste Fall ereignete sich erst vergangenen Donnerstag, als das GPS-Signal des britischen Verteidigungsministers John Healey auf dem Rückflug aus Estland manipuliert wurde.