Es klingt wie ein Albtraum: Ein 61-jähriger Passagier wurde auf einem Ryanair-Flug von Thessaloniki nach Memmingen beinahe aus dem Flugzeug gesogen, als ein Fenster der Boeing 737 in rund 4.500 Metern Höhe zerbrach.
"Sein Kopf und seine Schultern ragten aus dem zerbrochenen Fenster hinaus", berichtete eine Augenzeugin dem griechischen Sender ERT. Mitreisende konnten den Mann gerade noch festhalten und zurückziehen, während Sauerstoffmasken in der Kabine herabfielen.
Wie der Spiegel berichtet, hatte die Maschine schon am Vortag Probleme: Laut Daten von FlightRadar24 war dasselbe Flugzeug bereits am Donnerstag bei einem Flug nach Sarajevo vorzeitig zum Startflughafen zurückgekehrt.
Ersten Informationen zufolge könnte ein Teil des Triebwerks abgebrochen sein und das Fenster getroffen haben. Die Crew hatte wegen einer Fehlermeldung bereits die Rückkehr nach Thessaloniki eingeleitet. Der Pilot flog mehrere Schleifen, um Treibstoff zu verbrauchen und so das Landegewicht zu senken.
Ryanair bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass sich kurz nach dem Start ein Passagierfenster gelöst habe. Details zur Ursache machte die Fluglinie nicht. Ermittlungen wurden aufgenommen.
Der serbische Passagier wurde nach der Landung vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus in Thessaloniki gebracht. Er erlitt eine Nackenverletzung sowie Verbrennungen durch die Reibung. Die meisten anderen Passagiere wurden mit einer Ersatzmaschine nach Deutschland gebracht.
Die Boeing 737 NG gilt grundsätzlich als sicheres und zuverlässiges Flugzeugmodell. Sie ist das Vorgängermodell der 737 Max, die nach zwei Abstürzen in den Jahren 2018 und 2019 grundlegend überarbeitet werden musste.