Denn ein ungewöhnlicher Wechsel-Fehler überschattete den Münchner Erfolg, löste eine minutenlange Spielunterbrechung und heftige Diskussionen aus. Dass der Erfolg tatsächlich zugunsten der Münchner gewertet wird, ist nicht sicher.
Doch was war passiert? Bayern-Coach Julian Nagelsmann nahm in der 86. Minute einen Doppelwechsel vor, brachte unter anderem Marcel Sabitzer für Kingsley Coman. Das Problem dabei: Bei der Auswechslung wurde die Nummer 29 angezeigt, das ist allerdings Comans alte Nummer. Seit Sommer 2021 spielt der Franzose mit der 11. Deshalb verließ kein Fußballer das Feld, während Sabitzer auf den Rasen lief.
Die Partie wurde danach fortgesetzt, bis Freiburg-Spieler Nico Schlotterbeck den Schiedsrichter Christian Dingert darauf aufmerksam machte, dass die Münchner zwölf Spieler auf dem Feld hatten. Es dauerte 17 Sekunden, bis die Partie wieder gestoppt wurde. Diskussionen der Betreuer mit dem Vierten Offiziellen folgten.
Für den Fehler scheint Kathleen Krüger verantwortlich zu sein. Denn die Bayern-Teammanagerin hielt die Wechseltafel in die Luft, zeigte damit die falsche Coman-Nummer. "Es war eine total konfuse Situation, da eine falsche Nummer angezeigt wurde. Daher hat sich Coman nicht angesprochen gefühlt. Bei der Klärung der Situation hat der Vierte Offizielle übersehen, dass der Spieler das Spielfeld nicht verlassen hat. Daher war kurzzeitig ein zwölfter Spieler auf dem Feld. Es hat gedauert, weil wir die Situation mit dem VAR abgestimmt haben. Wir vermerken es jetzt in unserem Spielbericht", erklärte Referee Dingert.
Den Bayern droht jedenfalls die Strafverifizierung der Partie. In der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB heißt es: "War in einem Spiel ein Spieler nicht spiel- oder einsatzberechtigt, so ist das Spiel für die Mannschaft, die diesen Spieler schuldhaft eingesetzt hatte, mit 0:2 verloren und für den Gegner mit 2:0 gewonnen zu werten, es sei denn das Spiel war nach dem Einsatz des nicht spiel- oder einsatzberechtigten Spielers noch nicht durch den Schiedsrichter fortgesetzt."
Als nicht einsatzberechtigt würde in diesem Fall Sabitzer gewertet werden, denn Coman hatte das Feld noch nicht verlassen. Sabitzer hätte jedenfalls die gelbe Karte sehen müssen, weil er am Feld war, bevor Coman das Spielfeld verlassen hat.
Ob der Wechselfehler nun ein Nachspiel hat, liegt bei den Freiburgern. Sie müssen innerhalb von zwei Tagen einen Protest einbringen. Dann wird entschieden, wessen Schuld es war, dass zwölf Mann auf dem Feld standen. Schließlich hätte der Schiedsrichter die Partie gar nicht erst anpfeifen dürfen. Den Bayern zugutehalten muss man, dass weder Coman, noch Sabitzer den Ball in den 17 Sekunden berührten, auch keine spielentscheidende Szene passiert ist.
Freiburg-Coach Christian Streich meinte nach dem Spiel: "Ich gehe fest davon aus, dass wir keinen Einspruch einlegen werden und das auch nicht müssen. Es gibt ein Regelwerk." Dass der DFB selbstständig tätig wird, ist aber unwahrscheinlich. Streichs Gegenüber Nagelsmann erklärte: "Es war keine spielentscheidende Szene dabei, kein Standard, kein Konter, keine Karte. Am Ende bin ich froh, dass wir gewonnen haben." Wenn es so bleibt...