Spionage für Russland

Sabotage-Prozess: Spione verschickten GPS-Pakete

Drei Ukrainer stehen in Stuttgart vor Gericht. Sie sollen GPS-Pakete verschickt haben, um später Brandsätze Richtung Ukraine zu zünden.
Newsdesk Heute
17.03.2026, 11:34
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Ein brisanter Spionage-Prozess hat am Oberlandesgericht Stuttgart begonnen. Drei Männer mit ukrainischen Pässen müssen sich wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit, Spionage zu Sabotagezwecken und Verabredung zur schweren Brandstiftung verantworten.

Die Anklage klingt wie aus einem Thriller: Die Beschuldigten sollen GPS-Tracker in Paketen Richtung Ukraine verschickt haben. Mit den gewonnenen Daten über Versandrouten hätten später Brandsätze gezielt platziert werden sollen.

Wie n-tv.de berichtet, wollten die Auftraggeber aus dem russisch besetzten Mariupol damit Hilfslieferungen sabotieren. Die Pakete sollten sich in Deutschland oder auf dem Transportweg entzünden und "möglichst großen Schaden verursachen", so die Bundesanwaltschaft.

Festnahmen in drei Ländern

Im Mai vergangenen Jahres klickten die Handschellen: Yevhen B. (30) wurde in der Schweiz verhaftet, Daniil B. (22) in Köln und Vladyslav T. (25) in Konstanz. Der 30-Jährige wurde im Dezember nach Deutschland ausgeliefert.

Brisant: Aus Sicherheitskreisen heißt es, die Angeklagten könnten in Wahrheit Russen sein. "Die haben zwar ukrainische Pässe, sind aber tatsächlich Russen", wird aus Berlin berichtet. Pässe seien leicht zu fälschen.

Neue Dimension der Bedrohung

Der Fall zeigt eine beunruhigende Entwicklung: Laut Verfassungsschutz setzt Russland verstärkt auf Kleinkriminelle für Spionage und Sabotage. Professionelle Agenten seien durch Sanktionen und westliche Überwachung schwerer einsetzbar geworden.

Deutschland entging erst im Juli 2024 knapp einer Katastrophe, als ein Luftfrachtpaket im DHL-Zentrum Leipzig brannte. Es sei "ein glücklicher Zufall" gewesen, dass es am Boden und nicht im Flug Feuer fing, so der frühere Verfassungsschutz-Chef. Der Prozess ist bis Ende September angesetzt.

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