Laut Angaben der deutschen Bundesanwaltschaft steht Ilona W. im Verdacht, für einen russischen Geheimdienst Informationen rund um den Krieg in der Ukraine beschafft zu haben. Wie "20 Minuten" berichtet, gab es bei ihr und weiteren Verdächtigen Hausdurchsuchungen in Brandenburg, Rheinland-Pfalz und in München.
Seit spätestens November 2023 soll die mutmaßliche Agentin Kontakt zu einem Mann in der russischen Botschaft in Berlin gehabt haben. Dieser steht im Dienst eines russischen Geheimdienstes. "Ihm verschaffte die Beschuldigte bei diversen Gelegenheiten unter anderem Informationen mit Bezug zu dem Krieg zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine", so die Bundesanwaltschaft.
Die Frau soll unter anderem Hintergrundinfos über Teilnehmer von wichtigen politischen Veranstaltungen gesammelt haben. Außerdem holte sie laut Ermittlern Erkundigungen über Standorte der Rüstungsindustrie, Tests von Drohnen und geplante Drohnen-Lieferungen an die Ukraine ein. Am 15. Dezember 2025 war sie sogar dabei, als Deutschlands Kanzler Friedrich Merz im Beisein vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eine bewegende Rede im deutschen Haus der Wirtschaft hielt.
Wie die "Bild" berichtet, saß sie nur zwei Plätze neben dem damaligen Büroleiter von Merz, der auch Chef des Nationalen Sicherheitsrates war. An dem Kanzler und Selenskyj war sie auf eine Armlänge dran. Sie befand sich hinter den Staatschefs und fertigte von dort aus Fotos an. Damals hatte sie die deutsche Spionageabwehr jedoch schon im Blick gehabt.