Im Iran gab es wochenlang Massenproteste, die das Ende der Republik forderten. Der landesweite Aufstand im Iran ist auf brutale Weise niedergeschlagen worden. Laut Angaben der in den USA ansässigen Gruppe Human Rights Activists News Agency (HRANA), sind inzwischen 5.002 Menschen ums Leben gekommen, darunter 4.714 Demonstranten, 207 Staatskräfte, 42 Minderjährige und 39 Unbeteiligte.
Die iranische Regierung hatte zuvor am Mittwoch erstmals ihre eigenen Opferzahlen bekanntgegeben. Demnach seien 3.117 Menschen getötet worden. In einer von der Regierung veröffentlichten Erklärung des Sicherheitsrats war die Rede von "2.427 unschuldigen Menschen und Hütern von Ordnung und Sicherheit".
In der Erklärung machte der Nationale Sicherheitsrat seine Erzfeinde Israel und die USA verantwortlich, in den Nächten von 8. und 9. Jänner gezielt "zahlreiche terroristische Handlungen" in weiten Teilen des Landes verübt zu haben. Dies sei eine Fortführung des "aufgezwungenen Krieges" vom vergangenen Juni.
Zuvor gab es politische Unstimmigkeiten mit den USA. Der iranische Generalstaatsanwalt Mohammed Mowahedi Asad bestritt Aussagen von US-Präsident Donald Trump, wonach er die Hinrichtung von 800 Demonstranten gestoppt habe. Die Äußerungen des Amerikaners seien "absolut falsch", sagte der Generalstaatsanwalt laut der iranischen Nachrichtenagentur "Misan".
Die tatsächliche Dunkelziffer dürfte nach unterschiedlichen Schätzungen zufolge deutlich höher liegen. Zudem seien rund 26.800 Menschen festgenommen worden, berichtet HRANA. Die Justiz hatte angekündigt, ohne Nachsicht gegen "Unruhestifter" vorzugehen. Nach Behördenangaben droht einigen Festgenommenen die Todesstrafe.
Die Unzufriedenheit im Land wächst seit Jahren. Auslöser der jüngsten Proteste war die schwere Wirtschaftskrise. Zunächst gingen Händler auf die Straße. Vor zwei Wochen kam es dann zu Massenprotesten. Zahlreiche Videos drangen trotz Internetsperre nach außen. Sie sollen Sicherheitskräfte zeigen, die auf unbewaffnete Protestierende schießen.
Der US-Präsident schließt ein militärisches Eingreifen im Iran weiterhin nicht aus. "Wir haben eine Flotte, die in diese Richtung unterwegs ist", sagte Trump. "Und vielleicht müssen wir sie nicht einsetzen, wir werden sehen." Bereits Ende der vergangenen Woche hatten US-Medien berichtet, dass der Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" und Begleitschiffe auf dem Weg vom Südchinesischen Meer in den Nahen Osten seien.