"Sächsische Separatisten"

Umsturzpläne! Österreicher in Deutschland vor Gericht

Am "Tag X" sollen 8 mutmaßlich rechtsextreme Männer den Umsturz in Deutschland geplant haben. Nun stehen sie vor Gericht. Unter ihnen 2 Österreicher.
Newsdesk Heute
23.01.2026, 11:34
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Ein spektakulärer Prozess gegen acht mutmaßlich rechtsextreme Männer beginnt am Freitag in Deutschland. Schauplatz ist das Dresdner Oberlandesgericht. Ganze 67 Prozesstage bis in den Dezember hinein sind angesetzt. Die Vorwürfe gegen die Angeklagten wiegen schwer. Es geht unter anderem um terroristische Vereinigung und Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens.

Die Männer sollen Mitglieder der Neonazi-Gruppe "Sächsische Separatisten" sein. Als solche seien sie davon ausgegangen, dass Deutschland am "Tag X" zusammenbricht. Zu diesem Zeitpunkt wollte man einen möglichst großen Teil des Bundeslandes Sachsen erobern, staatliche Vertreter liquidieren, den Nationalsozialismus wieder einführen und mit ethnischen Säuberungen beginnen, so die Anklage. Die im Feber 2020 gegründete Gruppe vertrete demnach "rassistische, antisemitische und teilweise apokalyptische Überzeugungen".

Österreicher als Rädelsführer

Um sich auf den großen Tag vorzubereiten, hätte die Gruppe auch paramilitärische Übungen durchgeführt. Dabei hätten "der Häuserkampf, der Kampf mit (Schuss-)Waffen, Nacht- und Gewaltmärsche sowie Patrouillengänge" im Vordergrund gestanden. Im November 2024 war damit aber Schluss. Nachdem das FBI auf Onlinechats der Gruppe gestoßen war, kam es zu Razzien in Deutschland, Polen und Österreich.

Besonders brisant: Laut den Behörden soll der Rädelsführer der Gruppe ein Österreicher sein. Hier handelt es sich um Jörg Schimanek. Er und auch sein Bruder Jörn sitzen seit der Festnahme in Untersuchungshaft. Die beiden sind die Sprösslinge des verurteilten Neonazis Hans Jörg Schimanek jun. Wie der "ORF" berichtet, war er "Gaubeauftragter der Neonazi-Gruppe "Volkstreue Außerparlamentarische Opposition". In seiner Funktion als "Kameradschaftsführer" führte er mehrere "Wehrsportübungen" in Langenlois durch. Von 1995 bis 1999 saß er wegen Wiederbetätigung im Gefängnis. Danach wanderte er nach Deutschland aus.

Aber auch neben den Schimaneks gibt es einige bekannte Gesichter unter den Beschuldigten. So waren drei von ihnen offenbar AfD-Mitglieder. Einer von ihnen ist Kurt H., dem vorgeworfen wird, bei einer Razzia mit einem Gewehr auf einen Polizisten gezielt zu haben. In weiterer Folge wurde er selbst angeschossen. Die AfD hat sich im Nachhinein von den Männern distanziert und sie aus der Partei ausgeschlossen, berichtet "DW.com".

Spuren führten nach Österreich

Die Ermittlungen erstreckten sich schließlich auch auf Österreich, genauer gesagt auf Langenlois. Dort war der Onkel der beiden angeklagten Schimanek-Brüder in einem Forsthaus hauptgemeldet. Im November fanden die Ermittler dort große Mengen an Munition und NS-Devotionalien. Es sollte der Gruppe wohl als Rückzugsort dienen. Der Onkel, René Schimanek, war zum Zeitpunkt der Razzia im November noch Büroleiter von Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ). Er beteuert, nichts davon gewusst zu haben.

Dennoch ermittelt die Staatsanwaltschaft Krems gegen ihn wegen Wiederbetätigung. Er soll auch deswegen angeklagt werden. Besonders belastend sind hier einige E-Mails, die seinen Kontakt zu den "Sächsischen Separatisten" belegen sollen. Von seiner Funktion als Büroleiter ist Schimanek mittlerweile zurückgetreten.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 23.01.2026, 14:15, 23.01.2026, 11:34
Jetzt E-Paper lesen