Eisregen hat am Freitag in Teilen Deutschlands für Chaos und Todesopfer gesorgt. Vor allem im Norden von Nordrhein-Westfalen und im Westen Niedersachsens verwandelten sich Straßen in gefährliche Rutschbahnen. Laut Polizei kam es binnen weniger Stunden zu hunderten Verkehrsunfällen – mehrere Menschen verloren dabei ihr Leben.
Besonders dramatisch war die Lage auf der Autobahn 44 bei Paderborn. Dort ereignete sich in der Nacht und am Morgen eine Serie schwerer Kollisionen. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei starben allein auf diesem Streckenabschnitt drei Personen. Insgesamt wurden auf der A44 südlich von Paderborn 18 Unfälle registriert, zwei davon endeten tödlich.
Auch in Niedersachsen spitzte sich die Situation massiv zu. Für den nordwestlichen Teil des Bundeslands gab der Deutsche Wetterdienst am Morgen Unwetterwarnungen wegen gefrierenden Regens heraus. Die Polizei in Osnabrück sprach von "mehrere hundert Glätteunfälle" und beschrieb die Lage als "nahezu katastrophal". Die Einsatzkräfte appellierten eindringlich an die Bevölkerung, das Haus nicht zu verlassen. Straßen sowie Geh- und Radwege seien "spiegelglatt". "Fahrzeuge verlieren unkontrolliert die Haftung, selbst bei geringer Geschwindigkeit", erklärte die Polizei. "Jede Fahrt kann gefährlich sein."
Vergleichbare Zustände meldeten auch die Polizeidienststellen in Cloppenburg und Lingen. In Cloppenburg kam es laut Polizei zu zahlreichen Unfällen infolge "extremer Glätte". Aufgrund der gefährlichen Wetterlage wurde in mehreren Landkreisen Niedersachsens der Schulunterricht ausgesetzt.
Auf der A44 kam es unterdessen zu besonders schweren Kollisionen: Ein kleiner Lastwagen prallte auf einen mit Papier beladenen Sattelzug, der daraufhin Feuer fing. Der Lenker des kleineren Lkw kam dabei ums Leben. In einem weiteren Unfall zwischen Marsberg und Lichtenau fuhr ein Pkw auf einen Lastwagen auf – zwei Menschen starben.