"Was hätten sie tun sollen?"

Bub (5) in ICE-Gewahrsam – Vance verteidigt Beamten

Wieder einmal sorgt ein ICE-Einsatz für Diskussionen. In Minnesota wurden ein Bub und sein Vater festgenommen. US-Vize Vance verteidigt die Beamten.
Newsdesk Heute
23.01.2026, 11:34
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Die Bilder von der Festnahme gingen am Donnerstagabend um die Welt: In einem Vorort von Minneapolis haben ICE-Beamte den kleinen Liam und seinen Vater Adrian Alexander Conejo Arias geschnappt. Beide wurden nach Texas in eine Hafteinrichtung für Migranten gebracht. Wie "20 Minuten" berichtet, berufen sich US-Medien dabei auf den Anwalt der Familie und die Schulleitung.

Liam Conejo Ramos war am Dienstag gerade von der Vorschule nach Hause gebracht worden. In der Einfahrt des Familienhauses in Columbia Heights holten die Beamten ihn aus einem Auto, der Motor lief noch. Das schildert Zena Stenvik, die oberste Verwaltungsbeamtin des Schulbezirks.

Beamtin: Bub war Köder

Laut Stenvik forderten die ICE-Beamten den Buben auf, an die Haustür zu klopfen – sie wollten sehen, ob sich noch weitere Personen im Haus befinden. "Im Grunde haben sie einen Fünfjährigen als Köder benutzt", so Stenvik. Der Vater rief der Mutter, die im Haus war, noch zu, die Tür nicht zu öffnen. Die Beamten lehnten es ab, Liam einer anderen erwachsenen Person im Haushalt oder einer Vertreterin des Schulbezirks zu übergeben.

US-Vizepräsident JD Vance war am Donnerstag in Minneapolis und stellte sich hinter die Beamten: "Nun, was hätten sie denn tun sollen?", sagte Vance. "Sollen sie ein fünfjähriges Kind erfrieren lassen? Sollen sie etwa keinen illegalen Einwanderer in den Vereinigten Staaten von Amerika festnehmen?"

Heimatschutz rechtfertigt Festnahme

Tricia McLaughlin, Sprecherin des US-Heimatschutzministeriums, betonte online, ICE habe es nicht auf das Kind abgesehen. Die Aktion richtete sich gegen den Vater aus Ecuador, der sich illegal in den USA aufhalte. Der Mann sei zu Fuß geflüchtet und habe "sein Kind zurückgelassen", erklärte McLaughlin. Aus Sicherheitsgründen blieb Liam dann bei einem ICE-Beamten, während die Kollegen den Vater aufgriffen.

Eltern hätten die Wahl, ob sie gemeinsam mit ihren Kindern abgeführt werden oder diese bei einer anderen Person unterbringen wollen. In diesem Fall habe der Vater ausdrücklich gebeten, dass sein Bub bei ihm bleibt. Nun sind beide gemeinsam in einer Hafteinrichtung im texanischen Dilley, so McLaughlin.

Anwalt der Familie prüft rechtliche Schritte

Der Anwalt der Familie, Marc Prokosch, geht davon aus, dass Liam und sein Vater in einer Familien-Haftzelle untergebracht sind. Er konnte aber noch nicht direkt mit ihnen sprechen. Man prüfe derzeit, ob man sie mit rechtlichen Schritten oder durch moralischen Druck freibekommen kann, erklärte Prokosch auf einer Pressekonferenz.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 23.01.2026, 14:14, 23.01.2026, 11:34
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