"Wir Europäer, wir Deutschen wissen, wie kostbar das Vertrauen ist, auf dem die Nato fußt", sagte Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz am Donnerstag beim Weltwirtschaftsforum in Davos. "Im Zeitalter der Großmächte werden auch die USA auf dieses Vertrauen angewiesen sein." Dieses Vertrauen sei "unser entscheidender Wettbewerbsvorteil".
Der deutsche Kanzler betonte dabei, dass die Partnerschaft zwischen den USA und Europa auf Augenhöhe gelebt werden müsse: "Autokratien mögen Untertanen haben, Demokratien haben Partner und verlässliche Freunde." Für Deutschland stehe die Souveränität Europas dabei außer Frage. "Für unsere Souveränität werden wir mit Festigkeit eintreten", sagte Merz. "Unsere Nachbarn in Europa können sich auf unsere Solidarität verlassen."
Merz legte ein Bekenntnis zum Fortbestand der Partnerschaft mit den USA ab. "Lassen Sie uns bitte auch bei allem Frust und Ärger der letzten Monate die transatlantische Partnerschaft nicht voreilig abschreiben", sagte er. Dies sei umso wichtiger, als in der Welt derzeit "ein rauer Wind" wehe.
"Wir haben die Schwelle hinein in eine neue Welt der Großmächte überschritten", sagte Merz. "Diese Welt wird uns Härten und Gefahren zumuten." Europa sei dieser neuen Welt aber "nicht ausgeliefert", fügte er hinzu. "Wir können sie gestalten."
Europa müsse auf die eigenen Stärken setzen: "Wir investieren massiv in die eigene Sicherheit, wir machen unsere Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig, und wir halten in Europa zusammen", sagte Merz. Dies werde "uns helfen, den Zumutungen dieser neuen Zeit besser zu trotzen".