Nach langen Ringen um die Arktis-Insel Grönland konnte US-Präsident Donald Trump bei einem Gespräch mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte wohl eine Einigung über das zu Dänemark gehörende Territorium erzielen. Zunächst wollte sich der US-Präsident wohl nicht in die Karten schauen lassen. Beim Sender CNBC sprach er vom "Konzept eines Deals", der aber "für die Ewigkeit" sein solle.
Diese Nachricht wirkte am Mittwoch beruhigend, da in den letzten Wochen unklar war, wie es in der Grönland-Frage weitergeht. Zwischendurch hatte Trump von einem Kauf gesprochen, aber auch einen militärischen Einsatz nicht ausgeschlossen. Zuletzt war auch von Strafzöllen die Rede.
Das alles dürfte jetzt vom Tisch sein. Zunächst berichtete die "New York Times" von einem Kompromiss, bei dem die USA vom NATO-Partner Dänemark gewisse Teile Grönlands erhalten. Dort sollen US-Militärbasen errichtet werden, die als US-Territorium gelten. Ein ähnliches Übereinkommen haben die Briten auf Zypern.
Nun hat die "Welt" unter Berufung auf NATO-Kreise Details zum Deal veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass ein Kauf der Insel vom Tisch ist. Auch einen Eigentumsübergang oder eine Akquisition werde es nicht geben. Konkret soll das Abkommen auf vier Säulen fußen, die jetzt ausgearbeitet werden.
Der erste Punkt besagt, dass es keine Strafzölle geben soll. Des Weiteren soll das Stationierungsabkommen von 1951 neu ausgehandelt werden, damit Trump seinen "Golden Dome" auf Grönland errichten kann.
Außerdem soll Europa den USA ein Mitspracherecht bei der Investitionskontrolle zusichern. Das heißt: Amerika könne Einspruch erheben, wenn Nicht-NATO-Staaten Rohstoffe auf Grönland abbauen oder Infrastruktur errichten wollen. Hier sollen laut Text Russland und China namentlich genannt werden. Zudem sollen die europäischen NATO-Partner mehr in die Sicherheit der Arktis investieren müssen.
Unklar bleibt, was den US-Präsidenten schlussendlich zum Einlenken bewegt hat. Es wird spekuliert, dass die Ankündigung des EU-Sondergipfels zur Grönland-Frage ein klares Signal nach Washington gesendet habe. Auch die Angst vor einem Handelskrieg durch europäische Gegenzölle könnte eine Rolle gespielt haben. Zuletzt erhob sich auch ein Widerstand in Trumps eigenem Lager gegen dessen Grönland-Ambitionen.
Auch die Börse könnte eine Rolle gespielt haben. An der Wall Street war nach der Einigung ein Aufschwung zu spüren. Fakt ist: Ganz durch ist der Deal jedenfalls noch nicht. Weitere Verhandlungen sollen geführt werden. Die USA sollen hier von Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio und dem Sondergesandten Steve Witkoff vertreten werden.