In diesen Tagen blickt die ganze Welt gebannt nach Davos. In dem Schweizer Bergdorf treffen sich die wichtigsten Entscheidungsträger der Welt zum Weltwirtschaftsforum (WEF). Mit dabei ist auch US-Präsident Donald Trump, der aktuell mit seinen Grönland-Annexionsplänen für Unruhe in Europa sorgt.
Zuletzt brachte er wieder Strafzölle ins Spiel, die er über Länder verhängen möchte, die seine Ambitionen auf der zu Dänemark gehörenden Arktis-Insel nicht unterstützen. Viele stellten sich die Frage, wie Europa darauf reagieren wird. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen war in ihrer Rede um Beschwichtigung bemüht.
In der Vergangenheit behauptete Trump, dass nur er die Sicherheit Grönlands garantieren können. Diesbezüglich sagte die EU-Chefin, dass die Sicherheit in der Arktis auch ein europäisches Anliegen sei. Sie betonte, dass NATO-Partner Finnland seine ersten Eisbrecher an die USA verkauft, somit hätte auch Europa die Fähigkeiten, im Polarmeer zu agieren.
Sie wies Trump darauf hin, dass nur die gesamte NATO die arktische Sicherheit gewährleisten könne. Vor diesem Hintergrund sei es ein "Fehler" langjährigen Verbündeten, mit Zöllen zu drohen, so von der Leyen. Sie hielt fest, dass sich EU und USA erst im vergangenen Juli auf ein Handelsabkommen geeinigt hatten. Daher sollte gelten: "Ein Deal ist ein Deal." Vor allem unter Freunden sollten Abkommen etwas bedeuten. Zwietracht würde nur gemeinsamen Gegnern nutzen.
Gleichzeitig gab von der Leyen aber auch zu verstehen, dass man sich solidarisch mit Grönland und dem Königreich Dänemark zeige. Die Souveränität und Integrität deren Territoriums müsse gewahrt bleiben und sei "nicht verhandelbar". Noch für dieses Jahr kündigte die EU-Chefin eine neue europäische Sicherheitsstrategie an, die auch die Arktisregion umfassen soll.
In der Rede der Kommissionspräsidentin ging es aber auch um die Zukunft der EU abseits von Trumps Annexionsplänen. Von der Leyen plädierte hier für ein unabhängiges und souveränes Europa. Man müsse mit der Zeit gehen und sich verändern. Geopolitische Schocks können und müssen eine Chance für Europa sein.
Zudem betonte von der Leyen, dass man mit dem Mercosur-Deal die größte Freihandelszone der Welt geschaffen habe. Man entscheide sich für einen "fairen Handel statt für Zölle". Die EU-Chefin kündigte an, dass sie demnächst von Davos nach Indien reisen werde. Dort stehe man kurz vor Abschluss eines historischen Deals. Es würde "einen Markt mit zwei Milliarden Menschen" schaffen.
Ein weiteres Thema war natürlich auch der Krieg in der Ukraine. Hier sprach sich die Kommissionspräsidentin für ein schnelles Ende aus. Sie berichtete von Millionen von Menschen, die vergangene Woche wegen eines russischen Angriffs Finsternis, Kälte und Wassermangel ausgesetzt waren. Sie hielt fest, dass alle sich einen Frieden wünschen. Dafür wolle Europa eng mit den USA zusammenarbeiten.