Politik

Salzburg verlor 85 Mio. Euro mit Gold-Deals

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:35

Bei der Aufarbeitung des im Dezember 2012 geplatzten Finanzskandals stößt das Land Salzburg immer noch auf verlustreiche Finanzgeschäfte. So tauchten jetzt hochspekulative Gold-Optionsgeschäfte aus dem Jahr 2007 auf, bei dem das Land rund 85 Millionen Euro verlor. Mit Ende März 2014 betrugen die Finanzschulden des Landes inklusive Wohnbaufonds 2,2 Milliarden Euro.

stößt das Land Salzburg immer noch auf verlustreiche Finanzgeschäfte. So tauchten jetzt hochspekulative Gold-Optionsgeschäfte aus dem Jahr 2007 auf, bei dem das Land rund 85 Millionen Euro verlor. Mit Ende März 2014 betrugen die Finanzschulden des Landes inklusive Wohnbaufonds 2,2 Milliarden Euro.

Das Land Salzburg ist 2007 mit doppeltem Risiko eine langfristige Wette auf den Goldkurs eingegangen. Es schloss die Optionsgeschäfte mit einer Investmentbank in südafrikanischer Währung ab. Nach Ablauf der Frist im Jahr 2012 war der Goldpreis allerdings deutlich höher als vor fünf Jahren, die Bank zog die Kaufoption. Fazit: Millionenverluste für das Land durch eine potenziell eingegangene Goldlieferverpflichtung. Das Land hat selbst kein Gold besessen.

Rätselhafte Wetten

Wochenlang habe die Finanzabteilung daran gearbeitet, um die hochspekulativen Goldgeschäfte nachzuvollziehen, steht im Finanzbericht vom 31. März 2014. Diese Verluste sind teilweise nur schwer eruierbar gewesen, weil sie mit anderen (ertragreichen) Geschäften direkt verrechnet wurden. Anfragen an die involvierte Bank wurden nur völlig unzureichend beantwortet, heißt es in der Expertise.

Schadensersatzansprüche?

Derzeit wird geprüft, ob gegen die in den Finanzskandal verwickelten Banken Schadensersatzansprüche erhoben werden können. Rund 30 internationale Investmentbanken sollen involviert sein. Allein bei drei Banken soll das Land rund 290 Millionen Euro an Verlusten eingefahren haben. Die Finanzabteilung empfahl dem Land, mit den Geldinstituten vorerst außergerichtliche Gespräche zu führen.

Finanzskandal am Ausklingen

Mittlerweile wurden 97 Prozent der risikobehafteten Veranlagungen abgebaut. Die verbleibenden Wertpapiere des Abbauportfolios weisen einen Barwert von rund 70 Mio. Euro aus, daneben bestehen noch zwei einfache Zinssicherungsderivate mit der Bundesfinanzierungsagentur ÖBFA mit einem Barwert von rund elf Mio. Euro. Der für den Portfolioabbau maßgebliche Saldo aus Finanzvermögen und außerordentlichen Schulden ergibt ein Plus von 98,5 Mio. Euro.

Seit Beginn des Portfolioabbaus konnten dem Finanzbericht zufolge 1,3 Milliarden Euro an Zahlungen aus Wertpapieren erlöst werden. Mit Stichtag 31. März 2014 hat das Land Salzburg Finanzschulden (Kredite, Darlehen, Anleihen und langfristige Finanzverbindlichkeiten bei Banken, Versicherungen, etc.) nominell von 2,2 Milliarden Euro.

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