Welt

Salzburger erpresste Aldi für die Russen-Mafia

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:57

Mit einem Geständnis hat in Duisburg am Mittwoch der Prozess um die Erpressung des Discounters Aldi-Süd begonnen. Der 61-jährige Angeklagte, ein Salzburger, gab zu, von seiner Wahlheimat Thailand aus E-Mails an das Handelsunternehmen geschickt zu haben, in denen er die Zahlung von 15 Millionen Euro forderte.

Sollte das Unternehmen nicht zahlen, würden vergiftete Lebensmittel in den Filialen der Kette hinterlegt. Zum Prozessauftakt vor dem Duisburger Landgericht sagte der Salzburger, dass er von einer russischen Mafia-Organisation zu der Tat gezwungen worden sei: "Ich habe nur die Verhandlungen geführt", sagte er den Richtern.

Aldi-Süd hatte keine Geldzahlungen geleistet. Der Salzburger war am 13. November 2012 im Badeort Pattaya von der thailändischen Polizei aufgrund eines internationalen Haftbefehls festgenommen und im Dezember nach Deutschland ausgeliefert worden.

Prozess auf 29. Mai vertagt

Der Prozess gegen den 61-jährigen Salzburger ist am frühen Mittwochnachmittag auf 29. Mai vertagt worden. Wie der stellvertretende Sprecher des Landgerichts Duisburg, Jan Behrmann, erklärte, könnten die zwei Berufsrichter und zwei Schöffen der 4. Großen Strafkammer des Gerichts bereits bei der nächsten Verhandlung am 29. Mai ein Urteil sprechen.

Der Angeklagte habe im Grunde eingeräumt, dass er die Supermarktkette angerufen und auch E-Mails an diese geschickte habe, erklärte der Gerichtssprecher. Allerdings habe der wegen "versuchter räuberischer Erpressung" angeklagte Salzburger eingeräumt, dass er von einer russischen Mafia dazu beauftragt worden sei und daher nur die Rolle eines Mittelsmannes übernommen habe.

Bei Anrufen saßen bereits Ermittler am Telefon

Der Beschuldigte soll zwischen 21. Juni und 6. September 2012 von seiner Wahlheimat Thailand aus 15 Millionen US-Dollar von dem Discounter Aldi-Süd gefordert haben. Die Suppermarktkette hatte sehr schnell die Polizei eingeschaltet. Der Salzburger soll dann nicht bemerkt haben, dass sich bei seinen folgenden Anrufen schon Ermittler am Telefon des Discounters gemeldet und sich als Vertreter von Aldi ausgegeben haben.

Beim nächsten und vermutlich letzten Prozesstag am 29. Mai werden noch zwei Zeugen einvernommen. Es handelt sich offenbar um Polizisten. Als Verhandlungstag in Reserve wurde der 31. Mai anberaumt. Das Delikt "versuchte, schwere Erpressung" ist in Deutschland mit einer Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren bedroht.

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