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Sandra wird mit 34 Jahren Oma: "Ich freue mich so"

Heute Redaktion
13.09.2021, 20:32

Nach fünf Kindern war bei der Rostockerin Sandra (34) Schluss, sie ließ sich "abklemmen" - was sie heute bereut. Dafür freut sie sich umso mehr auf ihr erstes Enkelkind.

Das erste Kind mit 16 Jahren - Sandra aus Rostock (D) hat früh begonnen. Fünf sind es insgesamt geworden, Familienidylle kann man es trotzdem nicht nennen: Die Kinder wurden Sandra vom Jugendamt abgenommen, jetzt kämpfen sie und ihr Partner Timo (39) darum, sie wieder zu bekommen. Kein leichtes Unterfangen bei ihren Lebensumständen.

"Noch nie gearbeitet"



Sandra ist Hartz IV-Empfängerin, hat - wegen gesundheitlicher Probleme - noch nie einen Job gehabt. Die RTLII-Serie "Hartz und herzlich" hat sie interviewt, zeigt eine Mutter, die ihre Kinder liebt - und um sie kämpft. Sie sieht aber ein, dass das Jugendamt mit der Abnahme der Kleinen nicht ganz unrecht hatte.

Zu viele Tiere und Kinder in der Wohnung

Die Großeltern von Cindy - ihrer Tochter, die jetzt mit 17 schwanger wird - haben Sandra angezeigt. Das Jugendamt kam, kontrollierte und nahm die Kinder mit. "Zu viele Kinder und zu viele Tiere" seien in der Wohnung gewesen. Der Behördenbefund: "Chaotische Haushaltsführung", "mangelnde Strukturen" und ein "zu harter Umgangston den Kindern gegenüber".

Sandra hat ein paar der Viecherl abgegeben, jetzt leben nur noch ein Hund, eine Katze, ein Kaninchen und ein paar Tiere in einem Terrarium bei ihr und ihrem Timo. 75 Euro monatlich gibt sie für die Tiere aus - von 300 Euro, die ihr zur Verfügung stehen.

Oma zu werden, ist ein Trost



Sandra wäre, obwohl fünffache Mutter, gerne noch einmal schwanger geworden. Doch ihre Schwiegereltern hätten sie überredet, sich "abklemmen zu lassen." Diesen Schritt bereut sie mittlerweile - aber wenigstens ist ihr erstes Enkelkind unterwegs. Ein schöner Trost für Sandra.

Cindy und die Männerhormone



Sandras Tochter hat sich mit dem ersten Kind ein Jahr länger Zeit gelassen als ihre Mutter. Doch jetzt passierte es, weil Cindy und ihr Freund (16) nicht verhüteten. Ärzte hätten ihr angeblich gesagt, dass sie zu viele "Männerhormone" habe und gar nicht schwanger werden können. Ein Irrtum, wie sie jetzt weiß. Macht aber nichts: Cindy geht nicht gerne auf Partys - und Kinder seien ohnehin das Schönste.

Hoffnung für Sandra



Sandra ist nicht nur wegen des Enkelkindes frohen Mutes: Mittlerweile dürfen die drei Kleinen schon drei Tage die Woche bei ihr schlafen, weil sie alle Auflagen des Jugendamtes einhält. Vielleicht können die Kinder bald wieder ganz zu ihrer Mutter zurück. Sandra will sich dafür aufopfern: „Bei mir kommen erst die Kinder, dann der Mann und dann die Tiere. Und dann ich."

(red)

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