Die Europäische Fußball-Union UEFA hat nach dem vorläufigen Ende der FIFA-Investorenpläne mit erstaunlich deutlichen Worten einen Kulturwechsel im Weltverband gefordert und FIFA-Präsident Gianni Infantino offiziell das Vertrauen entzogen. "Die derzeitige Führung der FIFA hat nicht nur das Vertrauen der UEFA verloren, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fußballfamilie", hieß es in einer am Samstag veröffentlichten Stellungnahme.
Dem Schweizer warf die UEFA vor, einen "schäbigen und undurchsichtigen Deal" eingefädelt zu haben. Kurz zuvor hatte die FIFA das Aus für die von Infantino vorangetriebenen Investorenpläne bekannt gegeben.
Die UEFA dankte all jenen, "die dem FIFA-Präsidenten deutlich gemacht haben, dass Fußball nicht käuflich ist". Es sei "ein Sieg für den gesamten Fußball. Doch das darf nicht das Ende der Geschichte sein." Infantino warf die UEFA zudem vor, gegen zwei seiner Wahlversprechen eklatant verstoßen zu haben: Der Schweizer hatte 2015 Transparenz angekündigt sowie die Verwendung der FIFA-Gelder zum Wohle sowie zur Entwicklung des Fußballs.
"Beide Versprechen hat er nicht eingehalten. Der schäbige, hinter verschlossenen Türen ausgehandelte und undurchsichtige Deal, den er durchzusetzen versuchte, war alles andere als transparent. Und trotz Reserven von über fünf Milliarden Dollar hat er es auch versäumt, das Geld der Verbände zum Wohle des Fußballs einzusetzen", hieß es in dem Statement.
Deshalb werde die UEFA "unverzüglich mit Partnern und Interessengruppen weltweit und aus allen Bereichen des Fußballs zusammenarbeiten, um einen neuen Weg für die Verteilung der Ressourcen im Rahmen des bestehenden FIFA Forward-Programms vorzuschlagen".