Schallenberg: "Wird keinen Lockdown für Geimpfte geben"

Alexander Schallenberg
Alexander SchallenbergDragan Tatic
Am Freitag ab 22.30 Uhr verkündete die Regierung neue Corona-Maßnahmen. Schallenberg versprach: "Es wird keinen Lockdown für Geimpfte geben."

Die Corona-Situation in Österreich spitzt sich zu. Seit Mittwoch wurden in Österreich weit über 3.000 Neuinfektionen pro Tag verkündet. Fast 1.000 Corona-Patienten müssen medizinisch im Spital behandelt werden, 214 davon auf den Intensivstationen. Die Regierung setzt daher neue Maßnahmen.

Lockdown für Ungeimpfte ab 600 Intensivbetten

So wird der Corona-Stufenplan um eine vierte und fünfte Stufe erweitert. Ab 500 belegten Intensivbetten wird die vierte Stufe in Kraft gesetzt. Das bedeutet, dass Gastronomie, Events und Zusammenkünfte ab 25 Personen dann nur noch von Geimpften und Genesenen besucht werden dürfen. Auch ein PCR-Test reicht nicht mehr aus. Am Ende bzw. ab Stufe fünf (600 belegte Intensivbetten) wird ein Lockdown für Ungeimpfte umgesetzt. Jene Personen, die nicht geimpft sind, dürfen dann nur noch in Ausnahmefällen aus dem Haus.

Es war die erste Corona-Pressekonferenz von Bundeskanzler Alexander Schallenberg und diese fand gleich zu einer untypischen Uhrzeit nämlich nach 22 Uhr statt.

Filzmaier: "Hier wird viel Dramatik signalisiert"

"Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Regierung da einen Gefallen getan hat. Viele Österreicherinnen und Österreicherinnen sind gerade auf der Fahrt in die Herbstferien. Hier wird viel Dramatik signalisiert, denn keine der vergangenen 300 Corona-Pressekonferenzen fand nach 22 Uhr statt", erklärte Politologe Peter Filzmaier in der "ZiB2".

62 Prozent der Gesamtbevölkerung sind derzeit geimpft. Das sei noch zu wenig. Laut Filzmaier gibt es unter den Ungeimpften zwei Gruppen. Zum einen radikale Impfgegner, die ohnehin nicht erreicht werden können, egal was die Regierung tut. Auf der anderen Seite gibt es jene, die noch zögern. Hier wären Anreize wie eine Impflottiere eine Möglichkeit.

Kanzler Schallenberg betonte, dass es keinen Lockdown für Geimpfte geben wird. "Wir sind bei der Durchimpfungsrate noch nicht dort, wo wir hinwollen. Die Situation sei absurd: Als wohlhabendes Land kommen wir vielleicht in diese vierte Welle der Ungeimpften. Die Impfung ist der einzige Wellenbrecher. Die Beschlüsse von heute haben keine Auswirkung auf Geimpfte", so der ehemalige Außenminister.

Wer kontrolliert Lockdown für Ungeimpfte?

Mückstein erklärte, dass der Stufenplan die Grundlage für die Maßnahmen bildet. Auch der grüne Politiker wies nochmals daraufhin, dass jene, die geimpft oder geensen sind, nicht von den Maßnahmen betroffen sind.

Die Landeshauptleute sind laut Regierungsspitze mit den Maßnahmen einverstanden. Auf die Frage wie, wie der Lockdown für die Ungeimpften kontrolliert werden soll, zeigte sich Gesundheitsminister Mückstein noch wenig auskunftsfreudig. Die Details dazu werde man in den nächsten Tagen bekannt geben. Auch ob es Ausnahmen wie im Lockdown vergangenen Winter geben werde, wollte Mückstein nicht verraten.

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