Afrika-Cup-Titel aberkannt

"Schande für Afrika" – Senegal tobt nach Urteil

Marokko bekommt den Afrika-Cup-Titel am grünen Tisch zugesprochen. Senegal will sich das nicht gefallen lassen und zieht vor den Sportgerichtshof.
Sport Heute
18.03.2026, 11:14
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Die Entscheidung, den Sieg beim Afrika-Cup 57 Tage nach dem turbulenten Finale Marokko zu geben, sorgt für heftige Diskussionen. Im Netz hagelt es Kritik.

Wie berichtet, gab das Berufungsgericht des afrikanischen Fußballverbands CAF am Dienstag dem Einspruch der Marokkaner recht. Das Endspiel, das wegen umstrittener Schiedsrichter-Entscheidungen völlig aus dem Ruder lief, wurde mit 3:0 für die Gastgeber aus Rabat gewertet. Senegal hatte das von Tumulten begleitete Match nach Verlängerung noch 1:0 gewonnen – und will sich den aberkannten Titel nicht gefallen lassen.

Das Gericht stellte sich damit gegen die Entscheidung des CAF, der zuvor zwar beiden Teams Geldstrafen aufgebrummt, das sportliche Ergebnis aber nicht angezweifelt hatte. In der Berufungsverhandlung wurde entschieden, dass Senegal durch das Verlassen des Platzes am Ende der regulären Spielzeit das Match aufgegeben habe – und deshalb als Verlierer gewertet wird.

Fans machen ihrem Ärger Luft

In den sozialen Netzwerken wird das Urteil des Berufungsgerichts mehrheitlich zerrissen. "Die anderen afrikanischen Länder sollten die Wettbewerbe des CAF boykottieren, bis diese dumme Entscheidung zurückgenommen wurde. Heute hat es Senegal getroffen, aber morgen kann es eure Mannschaft oder euer Land treffen", schreibt ein User auf X.

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Viele andere stimmen zu: "Spiele werden auf dem Spielfeld entschieden, nicht durch Bürokratie. Senegal ist der Sieger. Alles andere würde bedeuten, dass der afrikanische Fußballverband seinen Ruf weiter beschädigt", so ein weiterer Fan.

Auch Pathé Ciss (32), Mittelfeldspieler von Rayo Vallecano, meldet sich zu Wort. Der Senegalese postet mehrere Bilder des Triumphs und stichelt: "Den Heulsusen könnt ihr noch drei Tore geben."

Senegals Verbandschef spricht von "Schande für Afrika"

Vor dem Urteil war der Verband davon ausgegangen, dass die Mannschaft die Kriterien für eine Aufgabe nicht erfüllt hat, weil sie nach der Unterbrechung wieder aufs Feld zurückkam. Das Berufungsgericht sah das anders und reduzierte sogar die ursprünglich verhängten Geldstrafen für den Co-Gastgeber der Fußball-WM 2030.

Senegals Fußball-Verband will die Entscheidung nicht akzeptieren und zieht vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS. Das kündigte Generalsekretär Abdoulaye Seydou Sow noch am Abend im staatlichen Rundfunk RTS an. "Wir werden Kontakt mit unseren Anwälten aufnehmen und Rechtsmittel einlegen. Wir werden vor nichts zurückschrecken. Das Recht ist auf unserer Seite", sagte er. Die Entscheidung des Berufungsgerichts sei eine "Schande für Afrika".

Skandal-Finale bleibt in Erinnerung

Das Finale in Rabat hat als Skandalspiel weltweit für Aufsehen gesorgt – nicht nur wegen der Tumulte am Schluss, sondern auch wegen dem unsportlichen Verhalten der Gastgeber. Mehrere Ballbuben versuchten bei strömendem Regen mehrmals, Senegals Tormann Edouard Mendy das Handtuch zu stehlen. Sogar PSG-Star Achraf Hakimi schnappte sich Mendys Handtuch und warf es über die Bande. Am Ende musste ein senegalesischer Ersatzspieler das Stück Stoff verteidigen.

Auch am Platz ging es rund. Nachdem der Schiedsrichter in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit ein reguläres Tor für Senegal aberkannte und kurz darauf einen zweifelhaften Elfmeter für Marokko gab, hatte Senegals Trainer Pape Thiaw genug: Aus Protest holte er seine Mannschaft in die Kabine.

Strafen für Senegal bleiben, Marokko kommt glimpflich davon

Die hitzige Partie und das Chaos hatten Folgen. Der afrikanische Fußballverband verhängte im Nachhinein eine Sperre von fünf Spielen und eine Geldstrafe von 100.000 US-Dollar für Trainer Pape Thiaw. Insgesamt muss der senegalesische Verband wegen verschiedener Vergehen – etwa dem versuchten Platzsturm der Fans – 615.000 Dollar Strafe zahlen. Zwei Spieler wurden ebenfalls gesperrt.

Diese Strafen ließ das CAF-Berufungsgericht bestehen. Marokko dagegen bekam nicht nur den Sieg zugesprochen, sondern auch eine Reduzierung der Strafen. Ursprünglich waren 315.000 Dollar fällig, der Großteil davon für das unsportliche Verhalten der Ballbuben. Dieser Betrag wurde nun von 200.000 auf 50.000 Dollar gesenkt.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 18.03.2026, 11:15, 18.03.2026, 11:14
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