"Schattenkanzler" ist Wort des Jahres

"Schattenkanzler" Sebastian Kurz konnte sich bei der Wahl zum "Wort des Jahres 2021" durchsetzen.
"Schattenkanzler" Sebastian Kurz konnte sich bei der Wahl zum "Wort des Jahres 2021" durchsetzen.ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com
"Schattenkanzler" Sebastian Kurz konnte sich bei der Wahl zum "Wort des Jahres 2021" durchsetzen. Knapp dahinter landeten "3G" und der "Ninja Pass".

"Schattenkanzler" ist das österreichische Wort des Jahres 2021. Mit gerade einmal 12 Stimmen Vorsprung landete der ironische Ausdruck, der nach dem Rücktritt von Bundeskanzler Sebastian Kurz aufkam und unterstellt, dass er als ÖVP-Parteiobmann weiterhin die Politik der Regierung bestimmen wird und nicht sein Nachfolger als Bundeskanzler, Alexander Schallenberg auf dem ersten Platz.

Ex equo auf Platz zwei kam neben 3G - der Abkürzung für "genesen", "geimpft", "getestet" - auch der Ninja Pass, der als Impfnachweis für Kinder und Jugendliche verwendet wird. Auf Platz drei landete "Klimaticket".

"Querdenker" ist das Unwort des Jahres

Zum österreichischen Unwort des Jahres wurde "Querdenker" gekürt. Dabei handelt es sich um eine ursprünglich positiv besetzte Bezeichnung für Personen, die unkonventionell denken. "Heute sind in dieser neuen Gruppe von Querdenkern jedoch überwiegend Coronaleugner, Impfverweigerer und Verschwörungstheoretiker zu finden", heißt es in einer Mitteilung der Fachjury unter Leitung von Rudolf Muhr von der Gesellschaft für Österreichisches Deutsch“ (GSÖD).

Im Ibiza-U-Ausschuss sorgte Finanzminister Gernot Blümel mit "Erinnerungslücken" für Aufsehen - Platz 2 beim Unwort des Jahres.
Im Ibiza-U-Ausschuss sorgte Finanzminister Gernot Blümel mit "Erinnerungslücken" für Aufsehen - Platz 2 beim Unwort des Jahres.HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com

Auf Platz zwei landete "Erinnerungslücke", laut Jury eine "ironische Untertreibung" für den Umstand, dass sich Finanzminister Gernot Blümel bei der Befragung im Ibiza-U-Ausschuss 86 Mal nicht an Fakten erinnern konnte.

Das Wort des Jahres 2020 war übrigens "Babyelefant", das Unwort "Coronaparty".

"Cringe" ist das Jugendwort des Jahres

Das Wort "Cringe" wurde zum Jugendwort des Jahres 2021 gewählt. Der Begriff beschreibt etwas Peinliches oder Unangenehmes. Wörtlich übersetzt bedeutet er "zusammenzucken" oder "erschaudern". 

Äußerst knapp ging die Abstimmung zum Spruch des Jahres aus. 4.566 von 11.992 abgegebenen Stimmen hievten den Ausspruch von Mathias Strolz, "Eli, es ist vorbei!", an die Spitze. Der Ex-Neos Chef richtete sich damit in der ORF-Sendung "Im Zentrum" an ÖVP-Ministerin Elisabeth Köstinger, welche Ex-Bundeskanzler Kurz nach dessen Rücktritt verteidigt hatte.

Nur 34 weniger stimmten für die Aussage von Bundespräsident Alexander Van der Bellen in einer Fernsehansprache am 8. Oktober zur Regierungskrise: "Sie fragen sich in diesen Stunden vielleicht: Was ist denn jetzt schon wieder passiert?".

"Bitte. Kann ich ein Bundesland aufhetzen?"

Mit den Chatprotokollen hat der Unspruch des Jahres 2021 zu tun. "Bitte. Kann ich ein Bundesland aufhetzen?" - eine Aussage von Ex-Kanzler Kurz 2017 in einem Chat mit dem einstigen Generalsekretär des Finanzministeriums Thomas Schmid. Es soll dabei darum gegangen sein, die geplante Milliarde für die Förderung der Kinderbetreuung durch die Regierung Kern/Mitterlehner zu verhindern.

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