"Schauue Sie..." Legendärster Moment mit Otto Baric

Otto Baric: "Aber immerhin: War sehr gute Esel."
Otto Baric: "Aber immerhin: War sehr gute Esel."Picturedesk
Otto Baric ist tot! Der siebenfache Meistertrainer war auch "Heute"-Experte. Erinnerungen an einen Kulttrainer, der den Fußball liebte. 

"Schauuuue Siiieee ..." So begann Otto "Maximale" Baric maximal viele seiner Sätze. Auch als ihn "Heute" in den letzten Jahren immer wieder in seinem Haus auf der Insel Krk am Telefon erreichte. Meistens nahm dann seine Frau das Telefonat entgegen. Nach einigen Sekunden Rumoren erklang die vertraute Stimme. "Guten Tag." Am Ende des Telefonats sagte Baric immer: "Schicke sie Artikel per Post. Fußball ist immer noch mei Lebe."

Baric analysierte für "Heute" 2008 die Heim-EURO. Mit der für ihn typischen Sprache, die allzu oft in Monologe ausartete, dabei aber spannend blieb. "Diese Spieler, was können nicht, können nicht deshalb nicht, weil sie nicht wollen", war so ein typischer Baric. Er analysierte messerscharf, seine Worte entfachten dabei dieses im Sport so wichtige Feuer. Die Liebe zum Fußball machte er spür- und erlebbar. Das Motivieren war seine größte Stärke. Darum – und wegen dem maximalen Fachwissen – ist sein Weg von Erfolgen gepflastert.

"Einer meiner besten Trainer", sagt Rapid-Ikone Hans Krankl zum Tod von Otto Baric und verdrückte im Sky-Studio Tränen. Am Sonntag starb der 1932 in Eisenkappel geborene Baric an den Folgen einer Corona-Erkrankung.

In Österreich bleibt er als Kulttrainer unvergessen. Natürlich wegen seiner Erfolge. Sieben Meistertitel gewann er in der heimischen Bundesliga, Meistertitel mit drei Klubs sind bis heute unerreicht. Am erfolgreichsten war er mit Rapid und Salzburg, beide Klubs führte er in Europacup-Endspiele. Aber auch in Innsbruck oder Steyr löste er eine Euphorie aus. "Neun von zehn Sachen habe ich gut gemacht", sagt er über seine Zeit in Österreich.    

Sein größter Fehler? Als er 1988 kein Angebot aus dem Ausland annahm, dafür von Rapid zu Sturm wechselte. Oder in Baric-Worten: "Hab ich damals getauscht gutes Pferd gegen ... Wie sagt man? Ah ja, Esel. Aber immerhin: War sehr gute Esel."

Wo Baric auftauchte, da war Action, da war Unterhaltung. Er liebte das Scheinwerferlicht und er liebte es auch beklatscht zu werden. Seine Emotionen hatte er oft nicht im Griff. Langweilig wurde Fußball-Fans mit ihm nie. Da musste er nicht einmal Frankfurt-Verteidiger Kachaber Zchadse bespucken oder die eigene Aufstellung vergessen. 

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